Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Niemand soll auf der Straße schlafen

Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern bieten Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose

Schwerin. Der frühe Wintereinbruch trifft Obdachlose besonders hart. Zwar haben die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern ausreichend Plätze in den Notunterkünften, wie die Sprecher größerer Städte in einer Umfrage der dpa versicherten. Der Rostocker Streetworker Erik Niemierski, der mit Obdachlosen arbeitet, weiß aber: »Grundsätzlich haben alle den Wunsch nach eigenem Wohnraum und einem bürgerlichen Leben, wie es ihnen ihre Umgebung vorlebt.«

Die Notunterkünfte füllen sich angesichts der eisigen Temperaturen. Im Greifswalder Obdachlosenhaus leben derzeit 19 Männer. 20 Plätze gibt es insgesamt. In Schwerin sind laut einer Rathaussprecherin aktuell 35 Menschen in der Wohnungslosenunterkunft untergekommen - der Jahresdurchschnitt liege bei 30 Personen. In Stralsund sind derzeit bereits 30 von 36 Plätzen belegt. Die Stadt Neubrandenburg wendet derzeit jährlich rund 390 000 Euro für die Unterbringung von Obdachlosen auf. Schwerin plant mit 250 000 Euro. Da auch Geflüchtete von Wohnungslosigkeit betroffen sind, seien in Neubrandenburg 33 von den 79 Plätze für anerkannte Flüchtlinge vorgesehen, erklärte Stadtsprecherin Kathleen Bötel. Die Nachfrage sei gegenwärtig jedoch höher als das Angebot.

Für die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, ist eine dreistellige Zahl obdachloser Menschen ein unhaltbarer Zustand. »Jeder Mensch, ob ehemaliger Strafgefangener, ob Obdachloser, muss sozial so stabilisiert werden, dass er gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann«, forderte sie. »Dazu benötigen wir dringend mehr Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die mit weniger Klienten arbeiten müssen, um diese Stabilität zu gewährleisten.« Außerdem fehle es im Land an Sozialwohnungen. »Wohnen ist ein Menschenrecht«, betonte Oldenburg. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln