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Banken finanzieren die Erderwärmung

Neue Studie zeigt, dass Kreditinstitute Pariser Klimaziele konterkarieren

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Mehr als Hundert Parteien haben das Klimaabkommen von Paris mittlerweile ratifiziert, in Marrakesch diskutieren derzeit Diplomaten, wie das UN-Ziel von maximal zwei Grad Erderwärmung umgesetzt werden kann. Doch die Anstrengungen der Staaten sind das eine, das andere sind die der Privatwirtschaft. Und da sieht es düster aus, wie eine neue Studie zeigt, die die fünf Umweltorganisationen Banktrack, Les Amis de la Terre, Market Forces, Rainforest Action Network und urgewald am Montag veröffentlichten.

Die Umweltschützer haben untersucht, was die wichtigsten Geldgeber gegen den Klimawandel machen. Dafür bewerteten sie 22 Großbanken aus den USA, Europa und Australien hinsichtlich deren Richtlinien zur Finanzierung der Kohleindustrie. Das Ergebnis der Untersuchung: Entgegen teilweise wohlklingenden Klimaversprechen bleiben die globalen Bankenriesen wichtige Geldgeber des Klimawandels.

So machten nur wenige Wochen nach dem Klimagipfel von Paris die französische Société Générale und andere europäische Banken den Weg frei für das Kraftwerk in Punta Catalina in der Dominikanischen Republik. Sie zahlten laut der Studie eine erste Tranche eines 632,5 Millionen US-Dollar-Kredits für das hoch umstrittene Zwei-Milliarden-Dollar Projekt aus. Dabei erfüllt das Kraftwerk gar nicht die Standards der Bank: Diese schreiben seit 2011 vor, dass nur noch Kohlemeiler in Entwicklungsländer finanziert werden dürfen, die einen Energiewirkungsgrad von mindestens 38 Prozent haben. Das geplante Punta Catalina schöpft jedoch nur 36,53 Prozent der in der Kohle enthaltenen Energie zur Stromgewinnung aus. Der Rest wird verschwendet und unnütz verfeuert. Jeweils 6,34 Millionen Tonnen CO2 werden die beiden Einheiten des Kraftwerks jährlich in die Luft blasen.

»Manche internationale Großbanken ruhen sich auf ihren Kohle-Richtlinien aus und finanzieren weiter die Kohleindustrie«, erklärt Yann Louvel von Banktrack. Das Klimaabkommen von Paris und das kippende Weltklima solle ein dringender Weckruf für die Banken sein. »Sie müssen sämtliche Finanzgeschäfte beenden, die zu einer weiteren Expansion der Kohleindustrie führen«, fordert Louvel.

Insgesamt steckten die 92 weltweit größten Banken zwischen 2005 und 2013 mindestens 500 Milliarden US-Dollar in die klimaschädliche Technologie. Derzeit werden noch 2400 neue Kohlekraftwerke geplant. Zusammen mit der bereits bestehenden Kraftwerksflotte, würden diese Meiler, falls sie tatsächlich realisiert werden, bis 2030 viermal soviel CO2 emittieren, wie nach dem Zwei-Grad-Ziel zulässig ist.

Unter den 22 untersuchten Banken ist auch ein hiesiges Geldhaus: die von Skandalen geplagte Deutsche Bank. »Dass sie sich selbst ‚Klima-Botschafter’ nennt, ist eine Frechheit«, wird Deutschlands größtem Kreditinstitut von der urgewald-Bankenexpertin Regine Richter vorgeworfen. Denn die Ambitionen der Bank, »sich auf den Weg Richtung Klimaschutz zu machen«, seien minimal. So schließt die Bank laut der Studie nur teilweise Kredite für neue Kohlekraftwerke aus. Gar keine Restriktionen in ihren Richtlinien gibt es für die Finanzierung neuer Kohleminen oder für jedwede andere Unterstützung von Kohleunternehmen.

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