Kontraste, wohin das Auge blickt

Der konkrete Grafiker und Maler Host Bartnig wird 80

  • Von Klaus Hammer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Horst Bartnig, seit gut fünf Jahrzehnten in Berlin ansässig, gehörte zu den wenigen in DDR-Zeiten ignorierten Konkreten, die erst nach der »Wende« internationale Resonanz erfahren haben. Der Künstler, Hannah-Höch-Preisträger, ist ein Monomane, der eigentlich nur zwei Themen bearbeitet: »Variable Systeme« und »Unterbrechungen«. Die »Unterbrechungen« basieren auf dem grafischen Element der Linie, die schwarz, aber auch farbig, in regelmäßiger vertikaler Anordnung die Bildflächen füllt. In einem bestimmten Rhythmus werden diese Vertikalen durch Pausen »unterbrochen«. Wenn sich Bartnig bis auf sechs Farben festlegt, kommt er bis auf 60 Unterbrechungen.

Man kann zudem schwarze Unterbrechungen mit weißen Strichen und weiße Unterbrechungen mit schwarzen Strichen vornehmen. »Die Unterbrechungen sind wie Pausen in der Musik«, so Bartnig, wie das zeitweilige Schweigen der Stimmen. Durch den visuellen Effekt der Farb- und Formvibration werden Abl...


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