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Die volle Krönung

Die TV-Serie »The Crown« porträtiert das Leben der Queen opulent und anspruchsvoll

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Schon dieser Einstieg: Seine Majestät, Blut hustend überm Klo, der Gebieter des Empires am Boden - solch ein Serienbeginn ist hierzulande undenkbar! Wenn deutsches Fernsehen fiktional oder dokumentarisch von Aristokraten erzählt, verströmen sie zwanghaft blaublütige Erhabenheit, bevor ihnen etwas Plebejisches wie Krankheit gestattet ist. Man muss also nicht viel wissen über George VI. und seine Gesundheit zum Auftakt des Zehnteilers »The Crown«, um zu ahnen: Hier läuft ein Drama angloamerikanischer Bauart.

Eines der Extraklasse.

Es handelt von der Königstochter, zur Zeit des Bluthustens Lilibeth genannt, bevor der Tod des Vaters Queen Elisabeth II. aus ihr macht: ein Monolith von Monarchin, die auch nach 70 Jahren im Amt nur selten müde wirkt, obwohl die Welt vorm Buckingham Palast sich seit ihrer Krönung schneller drehte als je zuvor. Kalte, heiße und Terrorkriege, Churchill, Thatcher und Tony Blair, das Ende des Empire, Europas Einigung, jetzt der Brexit - eigentlich reicht das für drei Regentschaften. Wofür es gewiss reicht, ist die erste Netflix-Serie aus England. Und dafür hat der US-Streamingdienst mächtig investiert. Rund 80 Millionen Euro, jeder einstündige Teil preislich wie filmisch auf Kinoniveau. Das sieht man. Und wenn die frisch verheiratete Prinzessin zum dicken Soundbrett des deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer innerhalb von neun Jahren zur Queen aufsteigt, die Suez-Krise vor Augen, dann kann man es sogar hören.

Doch Ohrenpein und Augenschmaus sind dabei nicht nur die detailversessenen Kostümparaden in akribisch nachgestellter Szenerie, gern angereichert durch kolossale Massenaufläufe an Originalschauplätzen; was die erste Staffel von deutscher Produktionsphilosophie unterscheidet, ist die Liebe zur Figur statt zur Ausstattung. Während die Kulisse der Nachkriegszeit gemäß stets staubig mattiert ist, verleiht Claire Foy ihrer Titelheldin im Ringen mit Tradition und Moderne, Politik und Adel ein hingebungsvolles Pflichtbewusstsein, das die Farben eben innerlich sprühen.

Unterstützt wird sie dabei von Matt Smith als kauzig-elitärer Philip, dem die Rolle als Sidekick spürbar am Prinzenstolz kratzt. Zu wahrer Größe gerät Elisabeth II. jedoch erst im Clinch mit Kriegspremier Winston Churchill, dem der US-amerikanische Großschauspieler John Lithgow eine triebgesteuerte Intellektualität zum Niederknien verleiht. Letztlich darf das Ensemble aber nur so glänzen, weil Peter Morgan der Queen nach seinem preisgekrönten Biopic mit Helen Mirren erneut ein fabelhaftes Drehbuch auf den Leib geschrieben hat.

Ab und zu verirrt sich der Autor zwar auf den Boulevard; doch immer wenn erlaubte Spekulation dabei in unlauteres Raunen abzugleiten droht (das die Windsors nicht erst seit Lady Di umgibt), taucht Stephen Daldrys Regie den Regenbogen in dezente Sepia-Töne. Mit dieser Farbgebung soll die Serie in Zehnjahresschritten weitergehen.

Nur zu!

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