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Eine Geschichte nicht nur über die DDR

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin: Marion Braschs »Ab jetzt ist Ruhe oder: Die fabelhafte Familie Brasch«

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die da spielen, sind alle dünn bekleidet, als wären sie an der Reviera Maya. Die beiden Mädchen in Nachtanzug und Morgenmantel, die drei Männer und der Musiker in Kniehosen. Das, was helle Behausung sein soll, gezimmert aus billigen Platten, ist herunterstilisiert auf ein lächerliches Zimmerchen mit geschmacklosen Möbeln drin. Später geht die Wohnung in Stücke.

Oben hängen zwei blaue Wölkchen, darüber Schwärze aus Decken, Gerüsten, Scheinwerfern. Rechts steht ein Klavier. Jeder singt mal mit Mikro und Elektronikbeigaben einen billigen, sentimentalen Song. Irgendwann zieht ein Ruderkahn über die Fläche. Im Schneckentempo. Darin maskierte Männer quasselnd um ihr Leben rudern. Was ist Leben anderes als der vergebliche Versuch, ein Boot geradlinig über den See zu bringen? »Ich möchte Leuchtturm sein/ in Nacht und Wind,/ für Dorsch und Stint,/ für jedes Boot/ und bin doch selbst/ ein Schiff in Not.«

Wolfgang Borchert dichtete kurz vor seine...


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