Crescendo der Katastrophe

Giacomo Meyerbeers «Die Hugenotten» an der Deutschen Oper Berlin

  • Von Irene Constantin
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Ein buchenswertes Ereignis« würde es der Klassiker nennen und tatsächlich, es war eine Großtat. Grand Opéra in Berlin, die Deutsche Oper brachte Giacomo Meyerbeers Welterfolg »Die Hugenotten« auf die Bühne. Die fünfstündige Produktion nach einer neuen quellenkritischen Ausgabe ist das Hauptstück eines Meyerbeerzyklus› im Haus an der Bismarckstraße.

Meyerbeer, der Großfürst im europäischen Musikreich des 19. Jahrhunderts, war ein Mann, an dem schreibmächtige deutsche Lieblingskünstler ihre Federn wetzten; Schumann, Heine, und, besonders unangenehm, Wagner. Neid auf Meyerbeers Wohlstand und Erfolg, fehlende deutsche Innerlichkeit, zuletzt Antisemitismus. Der Kritikerpapst jener Zeit, Eduard Hanslick, hielt dagegen - und, weit wirksamer noch, das in hunderten Aufführungen jubelnde europäische Publikum. Einen Abglanz bot der Berliner Premierenabend, Szenenapplaus und Schlussbeifall rauschten gewaltig.

Die Angriffskraft dieses Wer...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.