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Scharfer Ton, schräge Art

Die DT-Schauspielerin Gudrun Ritter wird 80

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Sie ist eine krähende, kindstötende Vollstreckerin. Ein Weltekel-Aufschwung, übern Krückstock gebeugt- den sie werfen kann wie eine Granate. Die Großmutter! Eine Stahlrute aus welkem, hartem Fleisch. Gudrun Ritter, vor geraumer Zeit am Berliner Ensemble, in Enrico Lübbes Inszenierung von Horváths »Geschichten aus dem Wiener Wald«. Ein Spiel, als sei das Böse die Erlösung.

Noch im kleinsten Auftritt hat sie eine präzise Schärfe. Sie kann über schmalste Lippen verfügen, als seien die schon jener schmale Grat, den sie gern geht: zwischen einem hilflos stummen Flehen und einer gallebösebitteren Hexenart; zwischen einer herb gehaltenen Güte und giftigster Abweisung.

Gudrun Ritter war Jahrzehnte eine Prägende am Deutschen Theater Berlin. Als Dagmar Manzel vor Jahren den Deutschen Fernsehpreis erhielt (»Als der Fremde kam«), da war auch Ritter nominiert, für eine Rolle im gleichen Film - die Manzel ging auf die Bühne und kriegte die obligate D...


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