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Plattformneutralität

Smarte Worte 21: Zwischen Marktmissbrauch und diskriminierungsfreiem Zugang zu Ressourcen. Kann es Gerechtigkeit für alle geben?

Foto: Grafik von Michael Heidinger
Foto: Grafik von Michael Heidinger

Im Kern geht es bei der Plattformneutralität um einen diskriminierungsfreien Zugang zu den Infrastrukturen (Plattformen), die einen gesellschaftlichen Austausch ermöglichen. Damit greift der Begriff der Plattformneutralität die Debatte auf, nach der zukünftig der Zugang zu Ressourcen weniger über Eigentum stattfinden wird. Vielmehr komme es auf eine diskriminierungsfreie Zugangsmöglichkeit zu Ressourcen an.

Auf der einen Seite verlangt demnach Plattformneutralität, dass ein Programm auf verschiedenen Plattformen ausgeführt werden kann. Auf der anderen Seite – und häufiger im Zentrum von Debatten – verbindet sich mit dem Konzept der Plattformneutralität der Gedanke, dass Webplattformen (z.B. YouTube, Spotify und der Apple Store) ihre Position nicht zum Nachteil anderer Stakeholder (Interessierte und Betroffene eines Prozesses) missbrauchen dürfen. Im Rahmen von Kommunikation und Wissen soll durch Plattformneutralität eine Selektion der Kommunikation von Dritten verhindert werden. Eine genaue und allgemein anerkannte Definition von Plattformneutralität existiert bisher wohl aber nicht. Frühere VertreterInnen der Theorie von der Plattformneutralität stellen diese teilweise heute wieder infrage.

Bei der Debatte um Plattformneutralität geht es am Ende aber auch um die Frage, wie eine Monopolbildung verhindert werden kann, da diese die Freiheit des Internets einschränkt und einen diskriminierungsfreien Zugang zu den entsprechenden Angeboten nicht sicherstellen kann. Mit welchen Mitteln die Regulierung von Plattformen und die Verhinderung von Monopolen stattfinden soll, ist heftig umstritten. Auf der einen Seite wird in Richtung staatlicher Regelungen gedacht, auf der anderen Seite wird auf den Wettbewerb oder Selbstorganisation gesetzt.

Das Konzept der Plattformneutralität, soweit es sich auf den diskriminierungsfreien Zugang bezieht, lässt sich auf viele gesellschaftliche Bereiche ausweiten und lässt sich vielleicht am besten mit dem Begriff Teilhabegerechtigkeit umschreiben. (hw)

Zum Weiterlesen:

Seemann, Michael: Netzinnenpolitik. Grundzüge einer Politik der Plattformgesellschaft, Vortrag auf der re:publica 2016, unter: https://voicerepublic.com/talks/4570.

Sohn, Gunnar: Plattformen als regulierender Leviathan – Kann das funktionieren?, 11.5.2016, unter: https://is.gd/bAQfcy.

Monopolkommission, Wettbewerbspolitik: Herausforderung digitale Märkte, Sondergutachten 68, unter: https://is.gd/GPzK6X

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