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Ein erstes Mal für Trump

Premiere: Designierter US-Präsident traf einen ausländischen Regierungschef

  • Von Susanne Steffen, Tokio
  • Lesedauer: 3 Min.

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Japans Premier Shinzo Abe hat sich erleichtert über sein erstes Treffen mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump geäußert. Nachdem Trump im Wahlkampf die bisherige US-Sicherheitspolitik in Asien in Frage gestellt hatte, konnte er seinen engsten Verbündeten in der Region offenbar noch vor seinem Amtsantritt beruhigen.

»Ich bin sicher, dass wir ein gutes Vertrauensverhältnis aufbauen werden«, sagte Abe im Anschluss an das 90-minütige Treffen in Trumps New Yorker Hochhaus. Auch Trumps Privatwohnung befindet sich darin. Abe ist der erste ausländische Regierungschef, den der neu gewählte US-Präsident persönlich empfing. Solche Gipfeltreffen vor dem offiziellen Amtsantritt sind äußerst ungewöhnlich und entsprechen nicht dem Protokoll.

Japanischen Medienberichten zufolge hatte Abe im Rahmen eines Anrufs, mit dem er Trump zu seinem Wahlsieg gratulierte, dieses Treffen vorgeschlagen. Um das Treffen zu ermöglichen, machte Abe auf dem Weg zum diesjährigen Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) in Peru einen Abstecher nach New York.

Abe beschrieb die Atmosphäre des Treffens, das weitgehend unter vier Augen, nur von Dolmetschern begleitet, stattfand, als »warm« und »offen«. »Wir haben in Ruhe, ausführlich und ganz offen über verschiedene Themen gesprochen«, so Abe. Über die genauen Gesprächsinhalte wollte er sich jedoch nicht äußern. Er verwies auf die Tatsache, dass Trump sein Amt noch nicht angetreten habe und das Treffen daher nicht offiziell sei. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die beiden vor allem über die amerikanisch-japanische Sicherheitsallianz sowie über die Bedeutung von Freihandelsabkommen wie dem Transpazifischen Partnerschaftsabkommen TPP gesprochen haben.

Im Wahlkampf hatte Trump Amerikas asiatische Verbündete, allen voran die Japaner, mit seiner aggressiven Rhetorik zutiefst verunsichert. Unter anderem hatte Trump gefordert, dass Japan und Südkorea mehr für den US-Militärschutz zahlen sollten, wenn sie nicht wollten, dass die USA ihre Truppen abziehen. Ferner hatte er vorgeschlagen, die Japaner sollten über die Anschaffung von Atomwaffen nachdenken, um sich besser vor Nordkorea zu schützen. Trumps Begründung: Japan habe als einzige Nation der Welt einen Atomangriff erlebt und das Land sei seit Kriegsende wegen ihrer pazifistischen Verfassung mehr oder weniger auf amerikanischen Militärschutz angewiesen.

Darüber hinaus hatte Trump mit dem Ausstieg aus dem TPP-Freihandelsabkommen gedroht, wenn er die Wahl gewinnt. Für Japan ist dieses Abkommen auch wichtig als Maßnahme, um sich der wachsenden wirtschaftlichen Macht Chinas entgegenzustellen.

Schon im Vorfeld des inoffiziellen Gipfels hatten Vertreter von Trump versucht, die japanischen Unterhändler zu beruhigen. »Ich habe viele Berater des designierten Präsidenten getroffen, sie alle haben mir versichert, dass wir nicht alles, was Herr Trump öffentlich geäußert hat, wörtlich nehmen sollen«, erklärte Abes Berater Katsuyuki Kawai am Donnerstag in heimischen Medien.

Auch Gastgeber Trump war offenbar mit seinem ersten Gipfel zufrieden. Zwar stellte er sich nicht gemeinsam mit Abe der Presse, dafür kommentierte er das Treffen aber auf seiner Facebook-Seite. »Es war mir ein Vergnügen, dass Premierminister Shinzo Abe bei mir zu Hause vorbeigekommen ist und wir eine großartige Freundschaft beginnen konnten«, schrieb Trump unter ein Foto, auf dem beide in die Kamera lächeln.

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