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Fillon Top, Sarkozy Flop

Erste Vorwahlrunde der Rechten in Frankreich mit klarem Ergebnis und hoher Beteiligung

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: 3 Min.

François Fillon ist als eindeutiger Sieger aus der ersten Runde der Vorwahl zur Ermittlung des Präsidentschaftskandidaten der Rechten für die Wahl 2017 hervorgegangen.

Auf den Ex-Premier entfielen 44,1 Prozent der Stimmen der mehr als vier Millionen Franzosen, die sich an der Abstimmung am Sonntag beteiligt haben. Der lange als Favorit gehandelte Alain Juppé, der vor 20 Jahren auch schon einmal Regierungschef war, landete mit 28,6 Prozent weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz, während der ehemalige Präsident Nicolas Sarkozy mit nur 20,6 Prozent eine empfindliche Niederlage hinnehmen musste.

Damit findet die Stichwahl am kommenden Sonntag zwischen Fillon und Juppé statt. Sarkozy und der mit 2,4 Prozent auf dem fünften Platz gelandete Bruno Le Maire rufen bereits ihre Anhänger auf, dabei für Fillon zu stimmen, während sich Nathalie Kosciusko-Morizet, die mit 2,6 Prozent den vierten Platz einnimmt, für Juppé einsetzt. Jean-Frédéric Poisson auf dem sechsten Platz erhielt 1,5 Prozent der Stimmen und Jean-François Copé bildet mit 0,3 Prozent das Schlusslicht.

Mit mehr als vier Millionen Wählern war die Beteiligung weit höher als erwartet, zumal die Rechte zum ersten Mal eine solche Vorwahl durchgeführt hat. Vorbild dafür war die Vorwahl 2011 bei der Sozialistischen Partei, aus der seinerzeit François Hollande als Sieger hervorging und damit 2012 - letztlich erfolgreich - als Präsidentschaftskandidat antreten konnte. An der Vorwahl hatten sich damals 2,66 Millionen Wähler beteiligt.

Die hohe Wahlbeteiligung wird von den Politikern der Rechten als deutliches Zeichen der Unzufriedenheit mit der Politik der gegenwärtigen linken Regierung und des Wunsches nach einem Machtwechsel gedeutet. Dass dies so massiv Fillon zugute kam, ist der Dynamik seines Wahlkampfs und vor allem seinem Auftreten bei den drei Fernsehdebatten der letzten Wochen zuzuschreiben. Erst in dieser Zeit haben sich zwei Drittel der Fillon-Wähler entschieden und ihn so überraschend vom anfangs vierten Platz an die Spitze katapultiert.

An der Abstimmung am Sonntag beteiligten sich auch schätzungsweise 15 Prozent Anhänger der Linken, die so Einfluss nehmen und vor allem eine Wiederwahl von Nicolas Sarkozy verhindern wollten. Dazu haben sie zweifellos beigetragen, doch entscheidend waren sie nicht. Schwerer wog die zunehmende Ablehnung des Auftretens des Ex-Präsidenten und die unbefriedigende Bilanz seiner Amtszeit 2007 bis 2012 durch die übergroße Mehrheit der Rechtswähler. Eine Rolle spielte zweifellos auch Sarkozys Verstrickung in zahlreiche Politskandale. So erhielt die Jusitz erst kürzlich neue Zeugenaussagen, nach denen Sarkozy für seinen Präsidentschaftwahlkampf 2007 fünf Millionen Euro in bar vom libyschen Präsidenten Gaddafi erhalten hat.

Der 61-jährige Sarkozy hat in einer Ansprache am späten Sonntagabend seine Niederlage anerkannt und erklärt, dass er für Fillon stimmen wird, und er hat dies auch seinen Anhängern nahegelegt. Gleichzeitig betonte Sarkozy, dass es vor allem darauf ankomme, Abstand zur rechtsextremen Front National zu wahren und zu verhindern, dass sie politischen Einfluss gewinnt. Schließlich kündigte Sarkozy, der sich nach der Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2012 schon einmal aus dem politischen Leben zurückgezogen hatte, dann aber 2014 an die Spitze seiner völlig zerstrittenen Partei der Republikaner zurückgekehrt war, um sie zu einem neuen Sieg zu führen, den »Rückzug ins Privatleben« an. Mit diesen sehr persönlichen Worten hat er viele seiner Anhänger zu Tränen gerührt. Doch wie lange er die politische Abstinenz diesmal durchhält, bleibt abzuwarten.

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