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Burgfrieden in der CSU - aber wie lange?

Die Rivalen Seehofer und Söder geben sich einig

  • Von Christian Trost, München
  • Lesedauer: 3 Min.

Diesmal aber wirklich. Diesmal soll der Burgfrieden zwischen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und seinem Finanzminister Markus Söder (beide CSU) wirklich halten. Das ist das Signal, das Seehofer und Söder am Sonntagabend in der CSU-Zentrale aussenden - vor und auch nach einem Gespräch, dass intern vorab wahlweise als »Friedens-Gipfel« oder als »Krisentreffen« tituliert wurde. Mit dabei sind auch Parteivize Barbara Stamm, CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer und Bundestags-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt.

Die Eintracht werde wiederhergestellt, verspricht Seehofer schon unmittelbar vor Beginn - und erklärt: »Das sind Bereiche der Politik, die zum intimsten Besteck eines Parteivorsitzenden gehören: Wie hält er eine Partei zusammen, wie motiviert er alle Führungskräfte?« Und er fügt optimistisch hinzu: »Da ich da ziemlich überzeugt bin, dass das ein gemeinsames Interesse ist, wird es uns auch gelingen.« Auch Söder sagt Sätze wie: »Eine geschlossene CSU ist immer viel stärker als eine nicht geschlossene.« Und: Seehofer habe »natürlich« seine Loyalität.

Allerdings stellen sich viele in der CSU längst die Frage, wie lange das wohl noch gut gehen kann. Wenn man CSU-Spitzenpolitiker nach dem Zwist fragt, blickt man in ratlose oder genervte Gesichter, erntet Kopfschütteln. Viele sind richtig sauer, dass das Ganze kein Ende nimmt: dieser vor und hinter den Kulissen geführte Machtkampf, diese ständigen kleinen Spitzen, vor allem von Seehofer.

Viele in der Partei haben ihre Zweifel, dass der Dauer-Zwist zwischen Seehofer und Söder tatsächlich befriedet oder wenigstens eingedämmt werden kann - auch weil Seehofer es nicht lassen kann. Erst am Samstag veröffentlichte der »Münchner Merkur« ein Interview mit dem Parteichef. Da nannte es Seehofer zwar ein »Märchen«, dass er Söders Aufstieg an die Spitze verhindern wolle. Andererseits kassierte er seine eigenen früheren Aussagen mindestens teilweise ein, wonach Umfragewerte bei der Regelung seiner Nachfolge einmal mitentscheidend sein werden. Auf den Vorhalt, dass Söder in den Umfragen eben die höchsten Werte erziele, sagte Seehofer: »Umfragen sind heutzutage nur bedingt hilfreich.« Und fügte hinzu: »Die höchsten Umfragewerte in Amerika hatte übrigens Hillary Clinton.«

So verlaufen die Frontlinien in der CSU: Das Söder-Lager wirft Seehofer eine »Söder-Verhinderungsstrategie« vor weil er versuche, Söder gegen dessen Willen nach Berlin zu schicken. Söder nämlich will in allererster Linie eines: nächster Ministerpräsident werden. Und das Seehofer-Lager ärgert sich, dass Söder regelmäßig zu allen möglichen Themen Stellung nimmt.

Einer aus dem CSU-Vorstand erklärt das seit Jahren mindestens angespannte Verhältnis der beiden so: »Sie sind sich einfach zu ähnlich.« Beide seien Machtpolitiker, beide seien höchst empfindlich und leicht reizbar, beide hätten Probleme mit Kritik und Widerspruch. Allein: Irgendwie - das ist die Erwartung quasi der gansen Partei - müssen die beiden miteinander auskommen. In nicht einmal einem Jahr ist die Bundestagswahl, ein Jahr später die Landtagswahl. Da kann die CSU sich einen personellen Dauer-Krach nicht leisten. Eigentlich. dpa/nd

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