• Kultur
  • Bücher zum Verschenken

Der Banker und der Romancier

Paul Murray hat einen intelligenten, unterhaltsamen Roman vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise geschrieben

  • Von Lilian-Astrid Geese
  • Lesedauer: 3 Min.

Was soll das hier?

Sei auch du solidarisch und unterstütze linken Journalismus mit einem freiwilligem Abo, einer Spende - oder noch besser entscheide dich für ein Digitalabo.

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...

Endlich ein neuer Roman von Paul Murray! Es herrschte eine lange Pause zwischen seiner amüsant-prägnanten Gesellschaftsstudie »Skippy stirbt« (2011) und dem aktuellen Porträt der modernen Finanzwelt.


Buch im nd-Shop bestellen:
* Paul Murray: Der gute Banker. Roman. A. d. Engl. v. Wolfgang Müller. Kunstmann. 526 S., geb., 25 €.


Murray hat gründlich recherchiert, was die komplexen Mechanismen der Finanzkrise 2008 betrifft. So erklären sich die romanlosen Jahre des Autors vermutlich mit dem Sujet seines neuen Buches, dessen Protagonisten der französische Investmentbanker Claude Martingale und der gescheiterte irische Romancier Paul sind.

Ihre Geschichte spielt in Dublin in den Jahren nach dem Boom. Die Lehman Brothers Bank ist bereits bankrott, und Claudes Arbeitgeber, die ominöse Bank von Torabundo, ist Teil eines undurchsichtigen Geflechts von Finanzinstituten, die nur noch durch staatliche Geldspritzen und schräge Transaktionen am Leben gehalten werden. Doch die Volten der Wirtschaft, die Murray so detailliert nacherzählt, als wolle er mit einem Tutorial der Financial Times konkurrieren, sind - zum Glück - nur ein Teil der Story.

Auf den 526 Seiten der Erzählung geht es auch um die (unerfüllte) Liebe zwischen Claude und Ariadne, einer künstlerisch begabten Kellnerin in einem Lifestyle-Café neben der Bank. Erzählt wird ebenso von der chaotisch-leidenschaftliche Ehe des obskuren Romanciers Paul mit der nicht weniger obskuren osteuropäischen Ex-Table-Dancerin Clizia und deren gemeinsamem Sohn Remington. Diskutiert wird die Frage, ob Literatur heute noch lohnt respektive wichtig ist. Ein indischer Autor spielt eine Rolle - Bimal Banerjee, dessen Roman »The Clowns of Sorrow« einen ähnlichen Titel trägt wie Pauls gleichzeitig erschienenes Debüt »For Love of a Clown«, ihm im Gegensatz zu Letzterem aber Weltruhm und viel Geld einbrachte.

Es gibt ein Camp der Occupy-Bewegung vor der Bank von Torabundo, eine sinkende Pazifikinsel gleichen Namens, jede Menge Anspielungen und Ableitungen, sowie erstaunliche und witzige Charaktere: Igor, zum Beispiel, ein von Paul als Literaturkenner präsentierter Russe, der mit ihm an seinem neuen Projekt hotswaitresses.com arbeitet, und zynische Verleger, die eine zu Pop verkommene Literaturszene beklagen. Ein ganzes Literatendinner widmet sich dem philosophischen Diskurs über Kunst und die monetäre Moderne.

All das präsentiert Murray ernsthaft und exakt. Der Plot hat einige nicht ganz überraschende Wendungen, ist jedoch so unterhaltsam, dass man gern weiterliest. Hin und wieder - leider zu selten - blitzt auch Murrays großartiger Humor auf.

Für die wenigen Passagen, die zum Querlesen verlocken, entschädigt die subtile, dabei unüberlesbare Kritik an einem korrupten Finanzkapitalismus, der einigen wenigen skrupellosen Bankern gigantischen Reichtum beschert, den Rest der Welt jedoch in desaströse Armut stürzt oder in dieser hält.

Ein ewig brisantes, stets aktuelles Thema - auch für die Literatur.

Weihnachtsabo
Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Jetzt aber schnell!

Schenken was wirklich Freude macht. Für diejenigen, die schon alles haben, oder auf kapitalistischen Überfluss verzichten wollen/sollen.

Jetzt bestellen oder verschenken