Christian Baron 25.11.2016 / Kultur
Politisches Buch

Narziss auf der Bühne

Åsne Seierstad zeichnet in »Einer von uns« ein beklemmendes Porträt des Massenmörders Anders Behring Breivik

Zuerst muss da diese dringende Bitte um Entschuldigung raus. Denn das hier zu besprechende Buch erschien schon im April in deutscher Sprache und wird mittlerweile in dritter Auflage verkauft. Dass erst jetzt die nd-Rezension folgt, hat emotionale Gründe. Diesen 550-Seiten-Klopper zu lesen, gelingt zart Besaiteten nur, wenn sie ihn immer wieder zur Seite legen und erst zu einem späteren Zeitpunkt weiterlesen. Viel zu explizit und distanzlos schildert Åsne Seierstad den Lebensweg des Massenmörders Anders Behring Breivik. Allein die ersten zehn Seiten sind schwer zu ertragen. Eindringlich, als sei die Autorin dabei gewesen, berichtet sie, was der Rechtsextreme am 22. Juli 2011 auf der norwegischen Insel Utøya trieb.

Wie seine Gummistiefel im nassen Boden versanken und der als Polizist Verkleidete die Jugendlichen zusammenrief. Wie er die Jungen und Mädchen anlächelte und dann einen nach dem anderen erschoss, weil aus ihnen vielleicht...

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