Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Eine Million Euro für Kirchen und Pfarrhäuser

Die Kirchen verlieren Mitglieder, bekommen aber mehr Fördergeld zur Sanierung denkmalgeschützter Gebäude

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 3 Min.

Lange ging es den Kirchen und ihrem Gebäudebestand nicht so gut wie unter der rot-roten Regierung. Und die Zuschüsse des Landes für gefährdete Denkmäler dieses Bereichs sollen sich 2017 noch verdoppeln - auf eine Million Euro im Jahr. Auch in anderer Beziehung können die Kirchen mit viel Landesgeld planen.

Mit der Summe werde das Land »notwendige Hilfe zum Schutz von Baudenkmalen leisten«, sagte Kulturministerin Martina Münch (SPD) Der Staatsvertrag mit der evangelischen Kirche sehe weitere 1,6 Millionen Euro im Jahr vor, mit deren Hilfe jährlich 30 sakrale Baudenkmale bedacht werden könnten. Insgesamt gibt das Land 33 Millionen Euro für den Denkmalschutz aus. Zum geretteten Bestand zählte Münch 320 Stadtkirchen, 1200 Dorfkirchen, 70 Klosteranlagen und 260 Pfarrhäuser. Die evangelische Generalsuperintendentin Heilgard Asmus begegnete dem verbreiteten Vorurteil, dass Pfarrer mietfrei wohnen. Die Miete für ihre Dienstwohnungen werde vom Gehalt abgezogen. Außerdem: Die Kirche beteiligte sich finanziell an der Erneuerung der Pfarrhäuser.

In Einzelfällen werden Kirchen umgewidmet, eine wurde sogar in eine Sparkasse umgewandelt. »Das haben wir aber nicht wieder vor«, fügte Asmus hinzu. In Cottbus wurde eine Kirche zur Synagoge, an anderen Stellen gingen Kirchen in städtischen Besitz über. Auf diese wenigen Beispiele soll es sich aber auch beschränken. »Wir beabsichtigen nicht, weitere Kirchen abzugeben. Im Gegenteil.«

Landeskonservator Thomas Drachenberg ergänzte, man könne stolz darauf sein, dass nach 1989 »keine Kirche in Brandenburg abgerissen werden musste«. Zu den beträchtlichen Mitteln, die alljährlich fließen, sagte er: »Denkmalschutz ist eine Daueraufgabe, eine für Generationen. Man ist niemals fertig.« Noch vor fünf Jahren herrschten Drachenberg zufolge »unwürdige Zustände«, weil niemand vorausschauend handeln konnte. Nun aber sei eine langfristige Planung möglich. Die eine Million Euro, mit denen das Land allein die Rekonstruktion des Doms in Brandenburg/Havel unterstützt, werden laut Kulturministerin auf absehbare Zeit weiterfließen. Dies sei dringend notwenig, wenn man den »erbärmlichen Zustand« des angrenzenden Kirchenarchivs betrachte. Im Archiv lagert unter anderem die Gründungsurkunde von Berlin.

Zum achten Mal wird zur Adventzeit zur Rettung eines kirchlichen Kunstwerks geläutet. Es handelt sich diesmal um das Epitaph in der Dorfkirche Blankensee. Die Rettung des Gemäldes würde zwischen 7000 und 10 000 Euro kosten. Die Spendenaktion »Vergessene Kunstwerke« hat in den vergangene Jahren zwischen 120 000 und 130 000 Euro erbracht, sagte der Geschäftsführer des Förderkreises »Alte Kirchen« Bernd Janowski. Beispielsweise wurden mit dem Geld 30 Taufengel restauriert. 20 Taufengel seien noch gefährdet. Aus Janowskis Sicht ist es erstaunlich, dass in Brandenburg so wenige Kirchen veräußert oder umgewidmet worden sind, obwohl sich die Zahl der Kirchenmitglieder auf 20 Prozent der Bevölkerung verringerte.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln