Carolin Philipp 29.11.2016 / Politik

Auf Expedition durch das Krisenlabor Europas

Die neu entstehenden selbstorganisierten Projekte in Griechenland sind ein Ausdruck des Protestes sozialer Bewegungen.

Die Auswirkungen der Austeritätspolitik in Griechenland haben die Fotografin Sophia Hauk und der Diplom-Politologe Alexander Hauk mit ihrem Projekt »Protestonaut« dokumentiert. Auf allen Fotomotiven taucht ein Kosmonaut auf, der im All einen 
außergewöhnlichen Blick auf die Erde hat und über den Problemen des blauen Planeten schwebt. In seinem Kostüm 
könnte jeder stecken.

Viele bezeichnen das derzeitige Griechenland als Krisenlabor für neoliberale Experimente. Die Entwicklungen in Europas Peripherie, so die Befürchtungen, werden zu Blaupausen für Politiken auch in anderen Ländern. Naomi Klein nannte die Austeritätspolitik in Athen eine »Schock-Doktrin«, während der griechische Historiker Antonis Liakos von der Krise als einem Instrument spricht, das benutzt wird, um Gesellschaften radikal und gegen den Willen der Bevölkerung zu verändern. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, scheint diesen Befürchtungen Recht zu geben, als er schon 2012 das europäische Sozialstaatsmodell für obsolet erklärte.

Die Radikalität der Strukturanpassungs- und Disziplinierungsmaßnahmen, auferlegt von den Kreditgeberinstitutionen der Europäischen Union und des Weltwährungsfonds, lassen auch im sechsten Krisenjahr 2016 unter einer linken griechischen Regierung nicht nach. Der Großteil der Gesetzesänderun...

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