Die Bahn, der Baum und 50 Förster

20 000 Hektar Wald entlang der Zugtrassen sind zu bewirtschaften - es geht um Sicherheit

  • Von Carsten Rave, Frankfurt am Main
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Gerhard Hetzel hat sich eine Spraydose gegriffen und markiert den Stamm der Eiche mit einer leuchtend grünen Linie. Für Besucher des Waldes rund um das Frankfurter Stadion, über den im Zwei-Minuten-Takt ein dröhnendes Flugzeug nach dem anderen donnert, erschließt sich das rätselhafte Zeichen nicht. Für die Forstarbeiter der Deutschen Bahn hat der Strich auf dem Baum aber Signalcharakter: Die Eiche muss weg. Zwischen Oktober und Februar darf gefällt werden.

Der gespaltene Stamm des schief gewachsenen Baumes birgt für die nur wenige Meter entfernte Bahntrasse zwischen Mannheim (Baden-Württemberg) und Frankfurt am Main (Hessen) eine Gefahr. Eines Tages könnte ein Sturm die Eiche aushebeln und den Stamm auf die Gleise kippen lassen. Die Natur hat für den Betriebsablauf der Deutschen Bahn wenig Verständnis und verursacht Verspätungen und somit hohe Kosten.

Forstwirt Hetzel, Jahrgang 1962, der einst in Freiburg über Waldbau und Vegetationskund...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.