Von Grit Gernhardt
28.11.2016

Schöner reparieren

Grit Gernhardt guckt sehnsüchtig ins Umweltland Schweden

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Reparieren statt wegwerfen - diese Forderung ist nicht neu. Dennoch werden nicht nur in der westlichen Überflussgesellschaft permanent Konsumgegenstände in die Mülltonne anstatt zur Werkstatt getragen. Der Kapitalismus macht es einem aber auch nicht leicht: Die von den Herstellern geleugnete geplante Obsoleszenz lässt Elektrowaren oft kurz nach Ablauf der Garantie den Geist aufgeben, die immer schnellere Abfolge neuer Software lässt Smartphones noch schneller alt aussehen, hohe Reparaturkosten machen Ausbesserungen zur wirtschaftlich unsinnigen Alternative.

Zumindest letzteres Problem will nun Schweden angehen. Per Gesetz sollen Reparaturkosten von einem Teil der Mehrwertsteuer befreit werden. Wer einen Handwerker holt oder ein Gerät zur Werkstatt schafft, kommt somit billiger als bisher davon. Und einen Boom bei handwerklichen Arbeitsplätzen gäbe es wohl als Bonus obendrauf.

Soweit ist die deutsche Regierung noch lange nicht. Sie verwaltet lieber die stetig wachsenden Müllberge, indem sie Elektrohändlern halbherzig vorschreibt, dass sie Altgeräte zurücknehmen müssen. Das ist sicher lobenswert im Hinblick auf die oftmals nicht fachgerechte Entsorgung wiederverwendbarer Rohstoffe. Diese würden aber noch viel besser geschont, wenn weniger hergestellt und stattdessen mehr repariert würde.

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