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Im Sommer gegen Chile, Australien und den Afrikameister

Beim ConfedCup treffen die Fußballweltmeister aus Deutschland im kommenden Sommer auf schwere Gegner, Trainer Löw will experimentieren

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Kasan. Joachim Löw war darum bemüht, die Wogen zu glätten. »Die Russen müssen sich keine Sorgen machen: Wir werden mit einer guten Mannschaft kommen«, sagte der Bundestrainer. Nachdem er mit vermeintlich abwertenden Aussagen über den ConfedCup im Vorfeld für Verstimmung beim WM-Gastgeber von 2018 gesorgt hatte, gab der 56-Jährige nach der Auslosung in Kasan den Diplomaten.

Löw schwärmte von einer »spannenden Gruppe, guten Stadien, gastfreundlichen Menschen« und kam zu dem ausdrücklichen Schluss: »Was wir hier in den vergangenen Tagen gesehen haben, macht Lust auf den ConfedCup.« Die Gegner dort werden Südamerikameister Chile, der noch zu ermittelnde Afrikameister und Asiens Champion Australien sein. In Gruppe A trifft Gastgeber Russland auf Ozeanienmeister Neuseeland, Europameister Portugal und CONCACAF-Champion Mexiko.

An Löws grundsätzlicher Einstellung, die Mini-WM als »Perspektivturnier« zu erachten und zahlreichen Stars einen freien Sommer zu gönnen, wird sich aber allein schon mit Blick auf den vollen Terminkalender nichts ändern. Denn auch im Umgang mit viel belasteten Spielern und ihren Arbeitgebern ist der Diplomat in Löw gefragt - und schließlich sogar innerhalb des DFB. Denn die U21 bestreitet im kommenden Sommer eine EM und DFB-Sportdirektor Hansi Flick hatte bereits angekündigt, den bestmöglichen Kader nach Polen schicken zu wollen.

Das schränkt Löws Auswahl weiter ein. Angesichts der Vielzahl an Talenten wird er nicht auf Spieler der Kategorie Ronald Maul oder Heiko Gerber zurückgreifen müssen - so wie einst Erich Ribbeck bei der völlig missratenen deutschen Confed-Cup-Premiere 1999. Russland hofft auf Stars, auch weil Fanmagneten wie Brasilien oder Spanien beim WM-Testlauf im kommenden Sommer nicht dabei sein werden. Neben dem dreimaligen Weltfußballer Cristiano Ronaldo, den Portugals Trainer Fernando Santos nach eigener Auskunft sicher nominieren will, soll vor allem Weltmeister Deutschland als Zugpferd fungieren.

Doch der Termin ist ungünstig und der finanzielle Anreiz nicht vorhanden. »Es ist schade, dass der sportliche Reiz und die finanzielle Ausstattung für die Teams nicht zusammenpassen«, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff: »Wirtschaftlich werden wir das Turnier in jedem Fall mit Verlust abschließen, weil die Prämien der FIFA und die vorgesehenen Kapazitäten für das Team und den Betreuerstab bei allen teilnehmenden Ländern nicht ausreichen. «

Ein festes Quartier wird das DFB-Team in Russland nicht beziehen: Der Trip beginnt in der Olympiastadt Sotschi, wo am 19. Juni Australien erster Gegner ist. Dann führt der Weg über Kasan (22. Juni, Chile) zurück nach Sotschi (25. Juni, Afrikameister). Als Gruppensieger dürfte das Löw-Team für das Halbfinale in Sotschi bleiben, als Zweiter ginge es wieder zurück nach Kasan. Das Finale findet in Moskau statt. SID/nd

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