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  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 2 Min.
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Kampf ohne Machtbekenntnis

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Deutschlandflaggen, Preußen-Fahnen, Papp-Mistgabeln. Die Teilnehmer von Bärgida, dem Berliner Ableger von Pegida, sind bereit für ihren 100. Marsch. Angemeldet hatten die Veranstalter bei der Polizei 2000 Teilnehmer. Auf der Facebook-Seite der Gruppe wurden »viele internationale Gäste« angekündigt, aus Ungarn, der Slowakei, Tschechien, Dänemark, Schweden und Russland.

Doch tatsächlich beteiligten sich am Samstag lediglich rund 80 Menschen an der Kundgebung vor dem Hauptbahnhof und dem folgenden »Spaziergang« durch Mitte. Immerhin doppelt so viele wie üblich. Bei den Kundgebungen am Rande des Washingtonplatzes sprachen die gleichen Redner wie gewöhnlich, »unsere Elke« - nur Frauen scheinen bei Bärgida Gemeingut zu sein, jedenfalls heißt es nie »unser Mario« - wiederholte ihre Rede vom Montag zu einem der Lieblingsthemen von Pegida, Bärgida und Co.: die sogenannte Lügenpresse. Einer der Teilnehmer trug eine Mütze mit dem Aufdruck »C18«, was für die Neonazi-Organisation »Combat 18« steht.

Während Musik und Sprechchöre über den Platz schallten, blieb Bärgida zumeist ruhig: Gegen die Lautstärke der rund 200 Gegendemonstranten von Nobärgida wollten oder konnten die Teilnehmer der ausländerfeindlichen Kundgebung nicht ankommen. In einem Bogen über die menschenleere Straße Alt-Moabit ging der Marsch über die Invaliden- und Chausseestraße schließlich Richtung Friedrichstraße. Am Friedrichstadtpalast wurden die Demonstranten von Nobärgida-Aktivisten empfangen. »Nazis raus« und »Refugees welcome« riefen sie ihnen entgegen. Einige der Gegendemonstranten begleiteten von da an die Bärgida-Anhänger mit antirassistischen Sprechchören in Richtung Unter den Linden. Auch dort stießen die Rechten wieder auf eine Nobärgida-Kundgebung, ebenso am Brandenburger Tor, wo Bärgida ihre Abschlusskundgebung gab.

Die angekündigte Besetzung des Platzes der Republik fiel aus. Die Regierung, die Bärgida am Samstag aus dem Reichtstag jagen wollte, ist noch immer im Amt.

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