28.11.2016

Bundesamt geht von Hackerangriff auf Telekom aus

Bundesweit 900.000 Router von Störung betroffen / Unternehmen hält »gezielten Einfluss von außen« für möglich

telekom
Gezielte Einflussnahme von außen?

Bei den massiven Ausfällen von Routern der Deutschen Telekom hat es sich nach Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) um einen gezielten Angriff gehandelt. Der Ausfall, der 900.000 Geräte lahmlegte, sei die Folge einer weltweiten Attacke auf ausgewählte Fernverwaltungsports von DSL-Routern gewesen, teilte die Behörde am Montag mit. Angriffe seien auch in dem vom BSI geschützten Regierungsnetz registriert worden, heißt es in einer Stellungnahme.

»In dem am 9. November vorgestellten Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland haben wir auf die Gefahren durch Hackerangriffe insbesondere für Kritische Infrastrukturen hingewiesen. In der Cyber-Sicherheitsstrategie wurden bereits geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Angriffen auf unsere digitale Infrastruktur beschlossen. Diese müssen nun wirken«, erklärte BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Telekom: »Kein klares Fehlerbild«

Berlin. Von den massiven Störungen bei Anschlüssen der Deutschen Telekom sind nach Angaben des Unternehmens bundesweit rund 900.000 Router der mehr als 20 Millionen Festnetzkunden betroffen. Das sagte ein Sprecher am Montagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Geräte dienen der Einwahl ins Netz der Telekom und ermöglichen damit Telefonie, den Internetzugang und auch den Online-Fernsehempfang.

Das Netz selbst sei nicht gestört, sondern die Identifizierung der Router bei der Einwahl, sagte der Sprecher. Demnach sei es »nicht auszuschließen, dass auf Router gezielt Einfluss von außen genommen wurde« und dass sich diese dadurch nicht mehr im Netz anmelden könnten

Dem Sprecher zufolge gibt es »kein klares Fehlerbild«. Bei einigen Kunden gebe es »zeitweise Einschränkungen oder sehr starke Schwankungen in der Qualität«. Es gebe aber auch Kunden, »bei denen derzeit gar nichts geht«. Welche Router von den Problemen betroffen sind, wird noch geprüft. Experten der Telekom und die Hersteller der Geräte arbeiten bereits »die ganze Nacht durch an einer Lösung«, so der Sprecher.

Am frühen Montagmorgen sei eine neue Software in das Telekom-Netz eingespeist worden, die den Fehler beheben soll. Erneut riet das Unternehmen betroffenen Kunden, den Router vom Netz zu trennen, eine Zeit lang zu warten und dann wieder einzuschalten. Nach dem Software-Update im Telekom-Netz könnten sich viele Router nach dem Neustart wieder einwählen.

Bereits seit Sonntagnachmittag klagen viele Kunden über den Ausfall ihrer Anschlüsse für Telefon, Internet und Fernsehen. Die genaue Ursache für den Fehler war auch am Montagfrüh noch unklar. Das Unternehmen sei mit Hochdruck auf der Suche nach dem Auslöser für die Probleme, sagte ein Sprecher. Auf der Facebook-Seite »Telekom hilft« riet das Unternehmen bereits am Sonntag, den Router kurz vom Netz zu trennen. »In vielen Fällen sind danach die Probleme behoben.«

Vereinzelte Störungen gibt es in den Netzen von Telekommunikationsanbieter häufig. So können etwa bei Bauarbeiten Kabel beschädigt werden und damit im ungünstigen Fall auch ganze Regionen von der Versorgung trennen. Massive Ausfälle sind hingegen eher selten. Agenturen/nd

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