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Nicht alles auf eine Karte setzen

Rund um das Thema Aktien (Teil 2)

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 4 Min.

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Der Niedergang der Zinsen scheint unaufhaltsam. Seit 2007 sind die Sätze in Deutschland drastisch gesunken: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel von 4,2 Prozent im Jahre 2007 auf 0,5 Prozent im Schnitt des Jahres 2015. Im Juni dieses Jahres rutschte die Rendite dann erstmals sogar ins Minus. Wer etwas mehr will, muss das Risiko suchen. Eine Möglichkeit dazu sind Aktien.

Angebotsmix

Für Aktienanleger werden auf dem Markt viele Mixprodukte angeboten. Ein Klassiker ist die Koppelung mit einer Lebensversicherung (»Fondspolice«). Vor allem Versicherer bieten auch gerne einen Mix aus drei oder vier Produkten an.

Im Einzelfall mögen solche Mischungen für den Verbraucher zweckmäßig sein. Grundsätzlich rate ich davon aber ab. Jede Sparanlage sollte klar und transparent sein. Die Verknüpfung beispielsweise mit einem Versicherungsvertrag macht sie unnötig kompliziert und teuer.

Auch rate ich vom Kauf einzelner Aktien ab - außer zu Spielzwecken (vielleicht möchten Sie einmal ein wenig Eigentümer der Deutschen Bank spielen?). Für den Kauf einzelner Aktien fallen erhebliche Kosten und Gebühren an. Vor allem kriegen Sie so kaum eine angemessene Risikostreuung hin.

Selbst wer auf Aktien setzt, sollte nicht das volle Risiko suchen. Eine Möglichkeit, um ein günstiges Verhältnis von Risiko und Chance herzustellen, bieten Investmentfonds. Ein solcher Fonds ist ein gemischtes Vermögen unter anderem aus Wertpapieren, Bankeinlagen und Immobilien.

Anleger können Miteigentümer am Fondsvermögen werden, indem sie Anteile in Form von Wertpapieren (»Investmentzertifikate«) kaufen. Fonds, deren Kapital überwiegend in Aktien investiert wird, nennt man Aktienfonds. Ein Teil des Kapitals kann dennoch als Reserve in Bargeld oder in anderen Formen angelegt werden.

Aktienfonds ist nicht gleich Aktienfonds

Es gibt solche, die in Lebensmittelkonzerne wie Unilever Geld anlegen, in alle Werte des Deutschen Aktienindex (Dax) oder in alternative »grüne« Aktiengesellschaften wie den dänischen Hersteller von Windkraftanlagen Vestas. Aktienfonds gibt es als Branchenfonds und als Länderfonds. Legt »ihr« Fonds in Titel an, die nicht in Euro bewertet werden, entsteht ein zusätzliches Wechselkursrisiko.

Sparpläne in Aktien

Banken, Sparkassen und andere Finanzdienstleister bieten auch sogenannte Investmentfonds-Sparpläne an. Diese haben bei den verschiedenen Fondsgesellschaften unterschiedliche Namen, doch das Prinzip ist gleich: Der Sparer zahlt über einen längeren Zeitraum, beispielsweise bis zu seinem 65. Lebensjahr, regelmäßig einen bestimmten Betrag ein. Das kann auch ein kleinerer Betrag sein.

Die Sparrate richtet sich dabei nach den individuellen Möglichkeiten und/oder der Summe, die am Ende zur Verfügung stehen soll. Von den Sparraten werden Fondsanteile gekauft und in einem Depot verwahrt.

Mit einem oder mehreren Aktienfonds können Sie ihre Geldanlage auf eine breite Basis stellen. »Anleger erhalten Fondsanteile entsprechend ihrer Einzahlung und müssen selbst keine weiteren Entscheidungen treffen«, wirbt ein Sprecher des Deutschen Fondsverbandes BVI in Frankfurt am Main für die Einfachheit der Fondsanlage.

Lob von Verbraucherschützern

»Wer sich mit kläglichen Renditen nicht abfinden möchte, kommt an Fonds nicht vorbei«, meint auch die Stiftung Warentest. Aktienfonds bieten gute Gewinnchancen, haben aber auch »eine hohe Volatilität«. Das heißt, der »Kurs« (Wert) des Fonds kann stark schwanken.

Die Berliner Warentester bieten im Internet einen »Produktfinder Fonds«. Rund 18 000 Fonds mit Charts und allen Kennzahlen sind dort zu finden, rund 4000 sind bewertet (www.test.de; Kosten: 3 Euro).

Umsonst gibt es Aktienfonds nicht. Üblicherweise zahlt der Anleger am Anfang einen Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent der eingesetzten Summe. Dazu kommt dann eine jährliche Verwaltungsvergütung von 1 oder 2 Prozent, plus eventuell eine Depotgebühr. Bei vielen Fonds ist auch noch der Rücknahmepreis niedriger als der Ausgabepreis (unabhängig von der Kursentwicklung). Auch eine »Performance Fee« ist gängig - ein Anteil des Wertzuwachses bleibt in den Taschen des Fondsmanagement hängen.

Solche Auf- und Abschläge oder Gebühren mögen gerechtfertigt sein, um ein erfolgreiches Management zu finanzieren. Sie, als Miteigentümer am Fondsvermögen, haben Anspruch an den Gewinnen des Fonds. Die stammen etwa aus Dividenden, Zinsen oder Kursgewinnen.

»Fonds bieten Anlegern einen bequemen Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten«, lobt auch »Finanztip«, ein gemeinnütziges Verbraucherportal aus Berlin. Doch die Praxis zeigt, dass es nur wenigen Fondsmanagern gelingt, langfristig »den Markt« zu schlagen. Das ist auch den Finanztip-Experten aufgestoßen. Derzeit empfiehlt Finanztip daher nur marktbreite Aktien-Indexfonds (ETF).

Teil 1 erschien am 23. November 2016. In Teil 3 am 6. Dezember 2016: Wie ein »ETF« funktioniert? Warum sind sie der heimliche Schlager unter Finanzprofis?

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