Von Nicolas Šustr
30.11.2016

Leuchtturm mit 549 Betten

Sanierung des Charité-Hochhauses in Mitte nach fast drei Jahren beendet

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Karl Max Einhäupl, Michael Müller und Sandra Scheeres (v.l.) simulieren die Sanierungsarbeiten an einer Torte.

»Wir freuen uns sehr darüber, unsere Patientinnen und Patienten künftig in diesem hochmodernen und attraktiven Umfeld versorgen zu können«, sagt Charité-Chef Karl Max Einhäupl an diesem Dienstag zum Abschluss der Sanierung des Bettenhochhauses in Mitte. Im Januar 2014 starteten die umfangreichen Bauarbeiten am Gebäude, das entkernt und wieder neu aufgebaut wurde. Es kam dabei nach Charité-Angaben weder zu Bauzeitverlängerungen noch zu Kostenüberschreitungen. »Die Charité kann nicht nur erstklassig heilen und forschen, die Charité kann auch bauen«, freut sich Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

Das sei nur gelungen, da alle Projektbeteiligten, »vom Vorstand über die eigenen Mitarbeiter bis hin zum Generalunternehmer« immer wieder an die Umsetzung des Kosten- und Zeitplanes erinnert hätten, sagt Christian Kilz, Bau-Chef der Charité. Noch im Dezember soll die erste Station aus der 2013 errichteten temporären Campus-Klinik wieder zurück in das Bettenhaus ziehen. Im März 2017 sollen alle Stationen wieder im Hochhaus arbeiten. »Für die Beschäftigten der Charité verbessern sich die Arbeitsbedingungen mit Bezug des Bettenhauses deutlich. Neben neuen Pflegestützpunkten sind alle Stationen mit modernster Technik ausgestattet«, sagt Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité.

Die Charité sei »ein Leuchtturm der Wissenschaft, zählt zu den großen öffentlichen Arbeitgebern unserer Stadt und bleibt ein wichtiger Ausbilder für den medizinischen Nachwuchs«, sagt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Zufrieden mit der Arbeitgeberrolle sind zumindest nicht alle Beschäftigten, wie sich auch während der Schlüsselübergabe zeigt. Rund 180 Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Charité CFM Facility Management demonstrieren erneut für bessere Löhne durch einen Tarifvertrag. Zuletzt am 2. November traten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di 160 CFM-Beschäftigte in einen Warnstreik. Rund 2200 Menschen arbeiten in der tariffreien Tochter, die Gehälter liegen rund zwei Drittel unterhalb des Niveaus des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes (TVöD).

Ver.di setzt in dem Streit Hoffnung auf den Koalitionsvertrag des designierten rot-rot-grünen Senats. Dort heißt es, dass die sich Koalition für eine zügige Angleichung an den TVöD auch in Töchtern von Landesbetrieben einsetze. »Das 100-Tageprogramm der Koalition muss konkrete Schritte zur Angleichung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst beinhalten«, fordert ver.di-Sekretär Kalle Kunkel. Dafür müsse die Charité Mittel im Wirtschaftsplan 2017 einstellen. »Das wird ein erster Lackmustest dafür, wie ernst es die Koalition mit der Umsetzung ihrer Ankündigungen nimmt«, so Kunkel.

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