Muntermacher im Miniformat

Der Verzehr von Nüssen trägt zum Aufbau von Gehirnzellen bei und verbessert die Stimmungslage

  • Von Anke Nussbücker
  • Lesedauer: 5 Min.

Bis ins hohe Alter geistig gesund und munter bleiben - wer wünscht sich das nicht? Nüsse zu essen, kann dazu beitragen. Bestandteile der Schalen- und Steinfrüchte sind wichtig für Gedächtnis, Konzentration und die Fähigkeit, Gefühle zu verarbeiten. Dazu gehören an erster Stelle wertvolle Fettsäuren, aus denen die Zellmembranen der Gehirnzellen aufgebaut und erneuert werden können. Zweitens weisen Mandeln und Nüsse einen beachtlichen Gehalt an B-Vitaminen und Vitamin E auf.

Das in Mandeln vorkommende Vitamin E hat eine besonders hohe biologische Aktivität und hält die Blutgefäße in Armen, Beinen und dem Gehirn frei und elastisch. Weil Vitamin E das Hormonsystem des Menschen beeinflusst, kann eine gute Versorgung damit auch Potenzprobleme des Mannes sowie Wechseljahresbeschwerden der Frau lindern. Starke Raucherinnen kommen sicherlich auch deshalb fünf Jahre eher in die Menopause, weil das Antioxidans Vitamin E stärker verbraucht und in geringerem Maße von Vitamin C regeneriert wird als bei Nichtrauchern. Zusätzliche Gaben an Vitamin E über den Bedarf hinaus haben keinen Nutzen, sondern verursachen eher ein Ungleichgewicht zu Vitamin K und in der Folge Störungen der Blutgerinnung. Bereits 50 Gramm süße Mandeln decken den Tagesbedarf an Vitamin E.

Der besonders hohe Magnesiumgehalt süßer Mandeln bewirkt einen entspannten Geist und mindert unser Stressempfinden. Weitere Mineralstoffe wie Kalium und Calcium sorgen für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt im menschlichen Organismus - ein wichtiger Aspekt, um Osteoporose, dem gefürchteten Knochenschwund, vorzubeugen.

»Wenn jemanden das Gehirn leer geworden ist, soll er oft die Mandelkerne essen«, wusste Hildegard von Bingen bereits im 11. Jahrhundert. Betrachtet man die Zusammensetzung des Proteins in der süßen Mandel, lassen sich Erklärungen für ihre Beobachtung finden. In überdurchschnittlicher Menge ist die Aminosäure Tyrosin im Mandeleiweiß vertreten. Die promovierte Biologin und Fachjournalistin Andrea Flemmer empfiehlt in ihrem Buch »Nervennahrung« unter anderem Nahrungsmittel, welche große Mengen Tyrosin enthalten, als mildes Antidepressivum und gegen Angstzustände. Diese Aminosäure wirkt tagsüber stimmungsaufhellend sowie als Wachmacher. Im Nebennierenmark werden aus ihr wichtige Nervenbotenstoffe wie Adrenalin, Dopamin und Noradrenalin gebildet. Auch als Bausubstanz für das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin wird Tyrosin benötigt. So kann es bei einer Schilddrüsenunterfunktion in der Folge auch zu negativen Rückkopplungen an den Nebennieren kommen, wodurch sich ein größerer Appetit auf Fleisch oder andere Proteinträger sowie ein Gefühl von Erschöpfung und Müdigkeit erklären lassen. Süße gehobelte Mandeln, Mandelmilch zum morgendlichen Müsli oder Mandelmus als Brotaufstrich liefern diese und viele weitere lebensnotwendige Aminosäuren und bewirken, dass Kohlenhydrate verzögert im Darm aufgenommen werden und so auch das Gehirn gleichmäßiger mit Energie versorgt wird.

Zu den Voraussetzungen für geistige Klarheit gehören selbstverständlich auch regelmäßige Bewegung am Tageslicht sowie ausreichendes Trinken von Wasser. Ein vermehrtes Durstgefühl und ständig erhöhte Trinkmengen können - insbesondere wenn eine Zuckerkrankheit ausgeschlossen ist - auf einen Mangel an lebensnotwendigen ungesättigten Fettsäuren hinweisen.

Die Mandel, mit dem botanischen Namen Prunus dulcis, gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie ist eine Steinfrucht wie Pfirsich, Aprikose und Pflaume. Der Mandelbaum, beheimatet in Südwestasien und dem Mittelmeerraum, trägt grüne, behaarte Steinfrüchte mit dem essbaren Mandelkern. Man unterscheidet bittere und süße Mandeln. Bittere Mandeln enthalten das giftige, in der Alternativheilkunde immer wieder erwähnte Amygdalin. Aus dieser Substanz wird durch mandeleigene Enzyme sowie durch Enzyme im Magen Blausäure freigesetzt, welche das Atemsystem lähmt. Bereits sieben bittere Mandeln können für ein Kind tödlich sein, circa 50 sind es für Erwachsene.

In der Alternativheilkunde wird von Zeit zu Zeit Amygdalin als hochreine Substanz ohne das Enzym Amygdalase, das zur Spaltung in die giftige Blausäure benötigt wird, als intravenöse Gabe unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts verordnet, um Krebszellen zu bekämpfen. Offiziell wird wegen dem Vergiftungsrisiko von der Verwendung von Amygdalin oder dem Verzehr bitterer Mandel- oder Aprikosenkerne abgeraten. Das Beste ist, einer möglichen Krebserkrankung durch eine gesunde Lebensweise vorzubeugen. Wer pflanzliche Proteinquellen wie süße Mandeln, Nüsse, Hülsenfrüchte, Reis oder Buchweizen regelmäßig in den Speiseplan einbezieht, kann seinen Konsum an Eiweißträgern aus tierischer Herkunft nach und nach verringern. Ganz besonders zahlt es sich in der Krebsvorbeugung aus, industriell stark verarbeitete und gepökelte Fleisch-, Wurst- und Schinkenwaren zu reduzieren.

Für die alltägliche Nahrung können Mandeln und Nüsse in größeren Portionen gereicht werden, sofern keine Allergien dagegen vorliegen. Cashew-Nüsse haben ein nicht ganz so günstiges Fettsäureprofil wie süße Mandeln, sind aber angenehm weich und deshalb bei Kauschwierigkeiten empfehlenswert. Die preisgünstige Erdnuss ist eine Hülsenfrucht, aus der würzige Erdnussbutter hergestellt wird. Sie dient der Zubereitung schmackhafter asiatischer Massaman-Curry-Soßen zu Kartoffeln, Gemüse und Reis. Haselnüsse und Mandeln können gemahlen als charakteristische Backzutat oder zum Panieren von Gemüse verwendet werden. Walnüsse weisen für die Gesundheit von Herz und Hirn das beste Fettsäureprofil auf. Süße Mandeln eignen sich auch für Schlankheitskuren, da sie einerseits lange sättigen und andererseits ein gewisser Anteil unverdaulich bleibt und so auf dem Kalorienkonto weniger zu Buche schlägt.

Insgesamt sind alle Arten von Nüssen stets einem Pommes-Imbiss vorzuziehen. In einer Studie mit Intelligenztests beobachteten Forscher der Universität Chicago, dass sich die Hirnleistung von Schulkindern innerhalb von vier Wochen um 30 Prozent verbesserte, wenn die Kinder statt Fast Food Nüsse und Äpfel in der Pause bekamen.

Menschen, die ein eigenes Gartengrundstück besitzen, sei es deshalb ans Herz gelegt, einen Mandel- oder Walnussbaum zu pflanzen. An einem sonnigen, warmen Standort und bei günstiger Witterung während der Blütezeit bringen Mandelbäume auch hierzulande Früchte hervor. Einige Sorten vertragen winterliche Temperaturen bis zu 20 Grad Minus.


Marzipan mit Dattelsüße

200 Gramm Mandeln mit heißem Wasser überbrühen, kalt abschrecken. Haut ablösen, circa 12 Stunden trocknen lassen und mit sieben getrockneten, kernlosen Datteln im Mixer fein zerkleinern, zwei Tropfen Bittermandelaroma dazu geben. Zwei Marzipanbrote formen. Für einen Schokoladenguss 30 Gramm Zartbitterkuvertüre und 20 Gramm Bitterschokolade im Wasserbad schmelzen lassen. Zehn Gramm Kokosöl unterrühren. Das Ganze einige Minuten stehen lassen, dann das Marzipan mit der flüssigen Schokolade überziehen. Kühl aufbewahren. an

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