Von Florian Brand
02.12.2016

NATO fürs Internet

Florian Brand über den Telekom-Hack und die Folgen

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Der Angriff auf die 900 000 Telekom-Router am vergangenen Wochenende war nicht erst der Anfang. Genau genommen war es die Spitze eines Eisbergs, der langsam zu schmelzen droht und die digitale Infrastruktur überschwemmt.

Im vergangenen Monat legte das sogenannten Mirai-Botnet, das auch für den aktuellen Angriff verantwortlich zeichnet, gar den Internetzugang eines ganzen Landes lahm. Zwar »nur« eines relativ kleinen Landes (Liberia), mit einer unausgereiften digitalen Infrastruktur, doch ExpertInnen vermuteten schon damals hinter der Attacke einen Testlauf (oder eine Machtdemonstration). Und was macht die Telekom? Anstatt Dämme zu errichten, ruft Firmenchef Timotheus Höttges nach einer »Nato fürs Internet«, und das, obwohl die Sicherheitslücke, durch die der Angriff überhaupt erst möglich war, seit mehr als zwei Jahren bekannt war.

Unabhängig davon, ob der Angriff nun »schlampig« (O-Ton des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik) ausgeführt war, offenbart er die Vulnerabilität unserer Gesellschaft. Was ist, wenn wir beim nächsten Mal nicht mehr so viel Glück haben, wie es BSI-Chef Schönbohm formulierte. Das Internet ist ja quasi ein Ozean der (Un-)Möglichkeiten. Anständige ProgrammiererInnen gibt es doch wie Sand am Meer.

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