02.12.2016

Trump nominiert Ex-General Mattis als Verteidigungsminister

Designierter Präsident warnt Firmen vor Jobverlagerung ins Ausland

trump mattis pence
Ex-General James Mattis (Mitte) mit Trump (Links) und Pence

Cincinnati. Der designierte US-Präsident Donald Trump will einen kriegserfahrenen Ex-General an die Spitze des Verteidigungsministeriums berufen. In einer Rede vor Anhängern in Cincinnati gab Trump am Donnerstag (Ortszeit) die Nominierung des Vier-Sterne-Generals James Mattis bekannt, der sich nach seiner Pensionierung als Kritiker des scheidenden Präsidenten Barack Obama zu erkennen gegeben hatte. Trump kündigte zudem an, als Präsident Druck auf jene US-Unternehmen zu machen, die Jobs ins Ausland verlagern.

Über seinen Kandidaten für das Pentagon sagte Trump: »Er ist unser Bester.« Der designierte Präsident verglich Mattis mit dem legendären Weltkriegsgeneral George Patton. Mattis war unter anderem im Irak und in Afghanistan im Einsatz und hatte sich dabei den Spitznamen »verrückter Hund« erworben, den auch Trump nun in den Mund nahm.

Mattis hat eine mehr als vier Jahrzehnte währende Militärlaufbahn hinter sich. Während der zweiten US-Invasion im Irak führte er im Jahr 2004 die Schlacht um Falludscha an, eine der blutigsten des Krieges.

Präsident Obama ernannte Mattis sechs Jahre später zum Oberbefehlshaber des US-Zentralkommandos. Auf diesem Posten koordinierte Mattis auch den US-Truppenabzug aus dem Irak. Seit seiner Pensionierung war Mattis immer wieder mit Kritik an Obamas Regierung in Erscheinung getreten.

Kurz vor Verkündung der Pentagon-Personalie hatte Trump Warnungen an US-Firmen gerichtet, die Arbeitsplätze ins Ausland verlagern wollen. Unternehmen würden die Vereinigten Staaten künftig nicht mehr verlassen, ohne dass dies »Konsequenzen« für sie hätte, sagte Trump. Er wolle den US-Firmen das Verlassen des Landes »sehr, sehr schwer« machen.

Trump stieß die Drohung bei einem Besuch der Firma Carrier in Indianapolis im Bundesstaat Indiana aus. Er zelebrierte dort mit seinem Auftritt die Ankündigung des Herstellers von Klimaanlagen und Heizungen, auf einen Großteil seiner geplanten Stellenverlagerungen nach Mexiko zu verzichten.

Trump hatte nach eigener Schilderung persönlich bei Firmenchef Greg Hayes interveniert, um die Jobverlagerung zu verhindern - ein für einen gewählten oder amtierenden US-Präsidenten höchst außergewöhnliches Vorgehen.

Carrier gab dann am Dienstag bekannt, dass das Unternehmen rund tausend der für die Verlegung nach Mexiko vorgesehenen 1400 Jobs nun doch in den USA belassen werde. Ein entsprechendes Abkommen sei mit Trump getroffen worden. Am Donnerstag teilte die Firma dann mit, dass Steuervergünstigungen ein Teil des Deals seien. Der künftige Vizepräsident Mike Pence ist bislang Gouverneur von Indiana.

Trump hatte am Donnerstag eine als »Dankestour« angekündigte Reise in die Staaten des Mittleren Westens angetreten, um seinen Anhängern für den Wahlsieg zu danken. In seiner Rede in einer Sportarena in Cincinnati schlug er zunächst sanfte Töne an, versprach die Versöhnung der »gespaltenen Nation« und erteilte »Vorurteilen und Bigotterie in allen ihren Formen« ein Absage.

Im weiteren Verlauf der Rede fiel er dann aber in jenen aggressiven Tonfall zurück, der auch seine Wahlkampfauftritte gekennzeichnet hatte. Trump kritisierte illegale Einwanderer, beschimpfte die Medien und bezeichnete Washington als einen »Sumpf«, den er trockenlegen wolle.

Die rund 17.000 Sitze umfassende Sportarena war nur etwa zur Hälfte gefüllt; Trump beklagte, dass Straßensperrungen im Umkreis viele Interessenten von der Teilnahme abgehalten hätten. Agenturen/nd

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