Hans-Dieter Schütt 03.12.2016 / Kultur

Brecht, ihr alten Schranken!

Zum Tode der weltberühmten Schauspielerin und Sängerin Gisela May

Sie trug gern Krawatte, über weißer Bluse. Die Krawatte gab der Dame etwas Herrisches, der Frau etwas Entschiedenes, der ganzen Person einen provokativen Zug ins Grenzüberschreitende - immer schon war das angeblich schwache Geschlecht in den Liedern, in den Rollen dieser Sängerin und Schauspielerin gut aufgehoben: Es war heftige, raffinierte, sanft listige oder melancholisch gebrochene Emanzipationslust. Das Hochgeschlossene als Raffinement des Selbstbewusstseins. Die Frau Direktor ist stets auch eine Frau Zirkusdirektor gewesen: Hoppla, jetzt komm› ich! »Nimm doch die Pfeife aus dem Maul, du Hund!« Wenn Gisela May das sang, richtete sie ihre ordinäre Heiterkeit gegen alle Hierarchie und jeden Dünkel. Genuss am Rebellentum der gewieften Weiber, auch der rauchgeschwängerten Arbeiterinnen des Rotlichts.

Das Berliner Ensemble - es war von 1962 an auch die Bühne der May. War ihr Lebens-Werk. War der Ort, mit dem sich ihr Leben sozusag...

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