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70 Millionen Euro für neues BER-Provisorium

Anfang 2017 soll der Bau eines Interims-Regierungsterminals in Schönefeld beginnen

Am neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld soll bis zum Sommer 2018 ein provisorisches Regierungsterminal entstehen. Der Aufsichtsrat beschloss am Freitag, den Auftrag noch in diesem Jahr zu vergeben und senkte damit Terminrisiken für die geplante Schließung des Flughafens Tegel. Der Airport am Rande der Berliner Innenstadt soll spätestens ein halbes Jahr nach dem Start des BER vom Netz gehen. Dann soll auch der Protokollbereich für Staatsgäste und Regierungsmitglieder nach Schönefeld umziehen. Wann genau der drittgrößte deutsche Flughafen in Betrieb geht, ist aber noch offen.

»Sie wissen, dass 2017 ein wirklich ambitioniertes Ziel ist«, sagte der Regierende Bürgermeister und Flughafen-Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) über den immer engeren Zeitplan. Möglicherweise öffne der BER auch Anfang 2018. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld soll dem Aufsichtsrat bei seiner nächsten Sitzung einen konkreten Termin nennen. »Wir erwarten eine auf Herz und Nieren geprüfte Einschätzung«, sagte Müller. Regulär tritt das Kontrollgremium am 17. März wieder zusammen.

Der Flughafen Berlin Brandenburg »Willy Brandt« sollte eigentlich vor fünf Jahren in Betrieb gehen. Vier Eröffnungstermine platzten jedoch - wegen Technikproblemen, Baumängeln und Planungsfehlern. Auch die Planungen für das Regierungsterminal verzögerten sich immer wieder. Es soll nun etwa fünf Jahre nach der Flughafen-Eröffnung in Betrieb gehen, weil sein Standort übergangsweise gebraucht wird, um zusätzliche zivile Passagiere abzufertigen.

Denn der BER ist mit einer Jahreskapazität von 27 Millionen Fluggästen zu klein. An den Alt-Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden in diesem Jahr schon mehr als 30 Millionen Fluggäste abgefertigt, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Im Gesamtjahr läuft es auf rund 33 Millionen hinaus. Erst am Freitag ging am Altflughafen Schönefeld eine weitere Abfertigungshalle für die Fluggesellschaft Ryanair in Betrieb.

Damit trotz der Engpässe mit dem BER-Start auch Staatsgäste über Schönefeld an- und abreisen können, soll Anfang 2017 der Bau eines Interims-Regierungsterminals am Rand des Geländes beginnen. Einziger Bewerber ist der Baukonzern Züblin, veranschlagt sind Baukosten von rund 70 Millionen Euro.

Um die Bedingungen für den Bau des endgültigen Regierungsterminals wird seit Jahren zwischen der Flughafengesellschaft und dem Bund sowie auch innerhalb der Bundesregierung gerungen. Der Aufsichtsrat steckte am Freitag den Rahmen für einen Vertrag der Flughafengesellschaft mit dem Bund ab, wie Müller sagte. Mühlenfeld soll ihn nun aushandeln. Details nannten beide nicht. Der Bund sitzt auf beiden Seiten des Verhandlungstisches: Mit Berlin und Brandenburg ist er Eigentümer der Flughafengesellschaft.

Unterdessen deutet sich an, dass das Genehmigungsverfahren für die Sanierung im Terminal des BER bald endet. »Wichtig ist für uns der Schlussstein, der sechste Nachtrag, den wir dringend für Mitte Januar erwarten«, sagte Müller. Sobald auf dieser Grundlage klar sei, wann der Flughafen in Betrieb gehen kann, werde ein Termin genannt, versicherte der Aufsichtsratschef. dpa

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