Vom Opfer zum brutalen Mörder

Mit Dominic Ongwen steht erneut ein Afrikaner vor dem Internationalen Strafgerichtshof

  • Von Christa Schaffmann
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag beginnt am Dienstag der Prozess gegen Dominic Ongwen aus Uganda. Ongwen teilt das Schicksal vieler Kinder, die von der Lord’s Resistance Army (LRA) in Uganda gewaltsam verschleppt und zu Kindersoldaten ausgebildet wurden. Ihn hatten die Rebellen mit etwa 13 Jahren auf seinem Weg zur Schule entführt. Die LRA machte aus ihm einen Mörder und er erwies sich als besonders eifriger Schüler. Mit 18 Jahren war Ongwen bereits Major, mit Ende 20 Brigadegeneral - berühmt und berüchtigt wegen seines Mutes auf dem Schlachtfeld und brutaler Attacken gegen die Zivilbevölkerung.

Ein Blick zurück in die Geschichte: 1985 stürzte die National Resistance Army unter Führung von Yoweri Museweni das Regime Milton Obote. Museweni wurde Präsident. Zeitgleich formierten sich in Norduganda verschiedene Widerstandsbewegungen gegen die Politik Musewenis, der die eigene Ethnie bevorzugte und die vor allem ...


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