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Richtiger Frieden, falsche Gründe

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos ist ein Kind der Elite. Von David Graaff

Es war fast bemitleidenswert, wie Juan Manuel Santos Calderón, Präsident Kolumbiens und diesjähriger Friedensnobelpreisträger, sich in den letzten Jahren bemühte, die Menschen im Land vom Frieden zu überzeugen. Besonders in den Tagen und Wochen nach der Volksabstimmung Anfang Oktober, in der eine knappe Mehrheit die über fast vier Jahre ausgehandelte und bereits unterzeichnete Vereinbarung abgelehnt hatte, als der Friedensvertrag nachverhandelt und dann erneut unterzeichnet wurde, wandte sich der 65-Jährige mehrfach per Fernsehansprache an die Bevölkerung. »Liebe Kolumbianer«, sagte er dann und erzählte bemüht emotional vom Ende des Leids und den großen Chancen, die die Einigung mit der FARC mit sich bringen würden.

Glaubhaft wirkte das nicht immer. Empathie, Charisma und vor allem Volksnähe sind nicht die Stärken des Nobelpreisträgers, sein natürliches Habitat sind nicht die Straßen, sondern die Hinterzimmer. Er gilt als geschickter St...


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