Wo Gewalt zum Alltag gehört

Bandenkriminalität macht El Salvador so gefährlich

  • Von Michael Krämer, INKOTA
  • Lesedauer: 3 Min.

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Das kleinste Land Zentralamerikas hält einen traurigen Weltrekord: Im vergangenen Jahr war El Salvador weltweit das gewalttätigste Land außerhalb von Konfliktgebieten. Wenn man die Einwohnerzahl ins Verhältnis setzt, verloren über hundertmal mehr Menschen ihr Leben durch eine Gewalttat als in Deutschland.

Alles nur abstrakte Zahlen? Wenn man, wie ich, die Projektgemeinden von INKOTA am Vulkan von San Miguel besucht, werden diese Zahlen sehr schnell konkret. Eines Abends bekomme ich eine SMS von einem Freund aus der Hauptstadt San Salvador: In der Nähe des Büros unseres Projektpartners Oikos, in dem ich beim Projektbesuch fast eine Woche lang übernachtet habe, hat es einen Angriff auf einen Pick-up-Truck gegeben. »Alles in Ordnung bei Dir?« Zum Glück ist alles in Ordnung bei mir und auch den Kollegen von Oikos, der Überfall fand einen ganzen Kilometer weit entfernt statt.

Aber was heißt »alles in Ordnung«? Sieben Jugendliche, die gemeinsam auf dem Weg zu einem Fest waren, sind tot. Erschossen; vermutlich von einer rivalisierenden Jugendbande, die in der Gegend Leute überfallen, ausrauben, erpressen und immer häufiger auch töten. »Alles in Ordnung« hat da eine sehr relative Bedeutung. Es ist jedenfalls keine gute Zeit für die Menschenrechte in El Salvador. Viele applaudieren sogar, wenn wieder einmal Jugendliche oder junge Erwachsene sterben, die sich einer der berüchtigten Banden angeschlossen haben.

Am nächsten Tag gibt es zwar keine Toten in der Gegend, aber als wir nach La Piedrita, einer Projektgemeinde wollen, wird uns eindringlich angeraten, einen Umweg zu fahren. Auf dem direkten Weg in die Gemeinde gäbe es gerade Überfälle. So etwas lässt man sich nicht zweimal sagen und schließlich kommen wir unversehrt nach La Piedrita und wieder zurück.

Die Arbeit in so einem Projekt ist nicht einfach. Vor zwei Jahren wurde ein Mitarbeiter von Oikos erschossen. Außerhalb seiner Arbeitszeit und in einer anderen Gegend, aber welche Rolle spielt das? Die Tat hinterlässt Spuren bei den Kolleginnen und Kollegen, sie haben ihre Maßnahmen zum eigenen Schutz deutlich erhöht.

Seit dem Ende des Bürgerkriegs 1991 ist El Salvador noch immer nicht zur Ruhe gekommen und hat schon häufig die Gewaltstatistik angeführt. Es gibt zu viele Waffen und zu wenig Arbeit, vor allem für junge Menschen. An dieser Stelle kann das INKOTA-Projekt Perspektiven schaffen.

Zwar beschäftigt es sich vorrangig mit Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verbesserung der Ernährungssicherheit. Aber es schafft durch seine eigene Arbeit auch Arbeitsplätze für Jugendliche und junge Erwachsene, die sich damit zumindest ein kleines Einkommen sichern können - ein wichtiger Schritt, um sie von den Banden fernzuhalten. Und ein kleines Stück Hoffnung, die Gewalt in den Projektgemeinden einzudämmen.

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