Gemeinschaft und Abenteuerlust lockten

Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit - eine Ausstellung im Kölner NS-Dokumentationszentrum

  • Von Jürgen Schön
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Schon die Kinder sollten mit der nazistischen Ideologie infiziert werden. Das war die Aufgabe der Hitlerjugend. Doch war sie wirklich die erfolgreiche Kaderschmiede, wie die Propaganda behauptete und wie noch heute ihr Bild in der Öffentlichkeit ist? Die neue Ausstellung »Jugend im Gleichschritt!?« im Kölner NS-Dokumentationszentrum will diese Frage beantworten.

»Wie die Hitlerjugend aufgebaut war, wissen wir sehr genau, nicht aber, wie der Alltag in der HJ tatsächlich aussah«, erklärt Projektleiter und Historiker Martin Rüther. Das liege vor allem an der Aktenlage: »Je weiter man in der Hierarchie nach unten geht, desto dürftiger wird sie.« Vieles wurde gegen Kriegsende verbrannt, wie sich auch der Bonner Eduard Brenner (Jg. 1929) erinnert. Er ist einer von 45 Zeitzeugen, die sich bereitfanden, von ihrer HJ-Zeit zu erzählen. Nach 1945, gibt er zu, »hatten wir gar keine Lust, an das, was hinter uns lag, zurückzudenken«.

Die Zeitzeugen ...


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