Leichtfertige Ex-Ministerin

IWF-Chefin Christine Lagarde steht ab Montag vor Gericht - sie soll den französischen Staat durch Untätigkeit um Millionen Euro gebracht haben

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Christine Lagarde, Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), muss sich ab Montag in Paris wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Verschleuderung öffentlicher Mittel von über 400 Millionen Euro verantworten. Als Wirtschafts- und Finanzministerin (2007 bis 2011) unter Präsident Nicolas Sarkozy hatte sie einem Schiedsverfahren zwischen dem Geschäftsmanns Bernard Tapie und dem Staat sowie der Zahlung einer Entschädigung an ihn in Höhe von 403 Millionen Euro zugestimmt. Die 60-jährige Wirtschaftsjuristin, die den IWF seit 2011 leitet, hat für die auf eine Woche veranschlagte Dauer des Prozesses offiziell Urlaub genommen.

Das Verfahren findet nicht vor einem gewöhnlichen Gericht statt, sondern vor dem nur von Fall zu Fall einberufen Gerichtshof der Republik, der für Vergehen von Ministern im Amt zuständig ist und sich aus drei Berufsrichtern und zwölf Parlamentsabgeordneten verschiedener Parteien zusammensetzt. Ihr drohen ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.