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Fair-Trade-Kaffee aus der DR Kongo

Fairer Handel soll Kleinbauern eine Perspektive geben. Was fehlt, ist ein Zertifikat.

  • Von Carla Penderock, SODI
  • Lesedauer: 3 Min.
Kleinbäuerin Maguno kann durch den Kaffeeanbau inzwischen die Schulgebühren ihrer Kinder bezahlen.
Kleinbäuerin Maguno kann durch den Kaffeeanbau inzwischen die Schulgebühren ihrer Kinder bezahlen.

Kaffee ist das bekannteste Fair-Trade-Produkt in europäischen Supermarktregalen. Das weiß auch Maguno, fünffache Mutter und Kaffeebäuerin aus Lemera im Südosten der Demokratischen Republik Kongo: »Wir haben von der Zertifizierung gehört. Ich habe verstanden, dass zertifizierter Kaffee von internationalen Käufern bevorzugt wird und uns Kaffeebauern Vorteile bringt.«

Maguno ist eine der Bäuerinnen, die als Mitglied der Kooperative KOC von den Maßnahmen profitiert, die SODI´s kongolesische Partnerorganisation UGEAFI vor Ort durchführt. »Kaffee ist für mich wie mein Vater und meine Mutter. Dank des Kaffeeanbaus kann ich heute Krankenhausgebühren bezahlen und sogar die Schulgebühren aller meiner Kinder finanzieren«, erzählt Maguno. Durch die Unterstützung von SODI und KOC habe sie viel gelernt und die Qualität ihrer Produktion verbessern können. »Aber noch erhalte ich nicht immer den besten Preis für meinen Kaffee. Und für Investitionen in unsere Kooperative bleibt bisher nichts übrig«, sagt sie.

Hier könnte die Fair-Trade-Zertifizierung helfen: Fair Trade würde den KaffeeproduzentInnen von Lemera einen festen Abnahmepreis garantieren und sie so gegen die Preisschwankungen an den internationalen Märkten schützen. Zusätzlich vergibt Fair Trade Sozialprämien an zertifizierte Kooperativen, um Entwicklungsprojekte vor Ort zu finanzieren. Kashogo, Agrarberater der Kooperative, erklärt: »Für unsere Kleinbauern wird der faire Handel eine wirkliche Perspektive schaffen. Die Prämien werden in den Bau von Schulen, Gesundheitszentren und Trinkwasserleitungen investiert sowie in die weitere Entwicklung der Kooperative. Wichtig ist uns auch, dass die Fair-Trade-Standards eine Umstellung auf umweltfreundliche Anbaumethoden bewirken«, so Kashogo. Nicht zuletzt wolle man die höheren Einnahmen aus Fair Trade in weitere Fortbildungen und die Professionalisierung in den Bereichen Verkaufsförderung und Buchhaltung investieren.

Die Partnerorganisation UGEAFI hat bereits Kontakt mit einer Zertifizierungsstelle in Kenia aufgenommen. Diese wird die Plantagen der KOC begutachten und einen Kostenvoranschlag stellen. Tatsächlich ist der Preis der Fair-Trade-Zertifizierung eine Hürde für kleinbäuerliche Kooperativen. KOC rechnet mit einem Preis von mehr als 4000 US-Dollar. Auch, weil die Mitglieder der Kooperative in der hügeligen Gegend weit verstreut wohnen und dieses große Wirkungsgebiet die Zertifizierung erschwert. Hier ist die finanzielle Unterstützung der SpenderInnen unabdingbar.

UGEAFI ist optimistisch - auch weil sie an anderen Standorten im Osten der DR Kongo bereits erfolgreich kleinbäuerliche Fair-Trade-Kaffeeproduktion etabliert hat. Die Organisation begleitet die Kooperative KOC Schritt für Schritt in der Einhaltung der Produktions- und Sozialstandards des fairen Handels. Ökologischer Anbau, gleichberechtigte Beteiligung von Frauen, keine Kinderarbeit und die Einhaltung von Arbeitsschutzvorkehrungen sind ohnehin Thema der Entwicklungsprojekte in Lemera. Mit der Aussicht auf erhöhte Einnahmen durch die Zertifizierung gibt es nun noch einen größeren Anreiz für die ansässigen Gemeinden, diese Ziele umzusetzen.

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