Werbung

Tausende gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Scharfe Kritik und Protest an Sammelabschiebungen / Bundesinnenminister verteidigt sein Vorgehen

In Berlin haben am vergangenen Wochenende bis zu dreitausend Menschen gegen die anlaufenden Sammelabschiebungen nach Afghanistan demonstriert. Entgegen der Behauptung der Bundesregierung stellten sie klar: »Afghanistan ist geprägt von Krieg und Terror und kein sicheres Herkunftsland. Die Abschiebungen müssen sofort gestoppt werden.«

Tausende demonstrieren gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Am vergangenen Mittwochabend fand eine erste Sammelabschiebung vom Frankfurter Flughafen aus statt. Auch hier kam es zu einer Demonstration und lautstarken Protesten von mehreren hundert Menschen. Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, weil es in weiten Teilen des Landes Kämpfe zwischen Regierungstruppen und radikalislamischen Taliban gibt

Der Bundesinnenminister verteidigte indes das sein Vorgehen. Die erste Sammelabschiebung sei »richtig, verantwortungsvoll und behutsam« durchgeführt worden, so de Maiziere gegenüber der FAZ. Der Geschäftsführer von PRO ASYL, Günter Burkhardt fand hingegen deutliche Worte für die Pläne der Bundesregierung: »Das ist eine Verbeugung vor Ausländer-raus-Stimmung in Deutschland. Man kippt die Menschen in Kabul ab. Dann interessiert nicht mehr, was mit ihnen in einigen Wochen geschieht«, so Burkhardt gegenüber tagesschau.de.

Im Angesicht der bevorstehenden ersten Sammelabschiebung ausgerechnet in Baden-Württemberg empörte sich Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag, diese könnten sich die Grünen »ans Revers heften«. Während deren Geschrei nach Menschenrechten sehr groß sei, wenn es darum gehe, Militäreinsätze zu legitimieren, sei das Leben afghanischer Flüchtlinge offensichtlich zweitrangig. nd mit Agenturen

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!