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Agent undercover bis Word Slam

Wie man spielend durch die Feiertage und ins neue Jahr kommt. Von Udo Bartsch

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Zu Weihnachten und Silvester kommen Familie und Freunde zusammen. Eigentlich die beste Gelegenheit, um gemeinsam zu spielen - eigentlich. Nur was am besten? Was Kinder toll finden, langweilt Erwachsene. Und was Erwachsene toll finden, ist zu kompliziert. Oder die vorhandenen Spiele sind nur für vier Personen, aber sechs sitzen gerade beisammen. Unsere Spieltipps für junge und alte, für wenige und auch mehr Spieler könnten die rettende Alternative sein. Nicht nur zu Weihnachten und Silvester.

Agenten auf Adrenalin. Willkommen mal auf dem Piratenschiff, mal bei der Firmenfeier, mal am Strand! Das klingt vergnüglich - doch einer hat Stress. Der Agent. Er weiß als Einziger nicht, wo sich die Gruppe befindet. Die anderen Spieler wiederum wissen nicht, wer der Agent ist. »Agent undercover« heißt das Spiel denn auch. Jede Runde wird ein Kartenpaket unbesehen ausgelost, sein Inhalt gemischt und verteilt. Mit einer Ausnahme erhalten alle Spieler Karten mit identischer Ortsangabe. Doch auf einer Karte steht lediglich: Agent. Binnen acht Minuten soll die Gruppe nun ermitteln, wer eben dieser Agent ist. Der wiederum soll den richtigen Aufenthaltsort erraten. Dazu stellt man einander Fragen: »Wie lange bist du schon hier?«, »Was hast du noch vor?« usw. Nicht zu viel ausplaudern, aber auch nicht zu wenig, das ist die Kunst. Am Ende löst sich alles in befreiendem Gelächter und Erörterungen auf, wer wohl warum was gesagt und gedacht hat

Pinguinpirouetten. Sie beherrschen wilde Drehungen und tollkühne Saltos - aber nur, wenn der Spieler, der die Pinguine mit seinem Finger schnippt, die perfekte Technik drauf hat. Doch auch ohne solche Kabinettstückchen kommt man bei »Icecool« gut zum Zug. Ja, ein schlichter gerader Schuss ist beim Wettlauf um die dicksten Fische oft sogar die beste Option. Nur klappt das eben nicht immer wie gewünscht, und die Figuren schlittern statt durch Tore frontal gegen die Hindernisse. Noch schlimmer kommt es, läuft man dem Fänger direkt in die Arme. Immer abwechselnd übernimmt ein Spieler diese Rolle. Erwischt er sämtliche Pinguine, bevor sie die Fische erbeuten, ist er der Rundensieger. Das Spiel begeistert durch seine Mischung aus Geschick, Rasanz und Überraschungen - vor allem Kinder, aber auch alle Kind gebliebenen Erwachsenen.

Hund, Katze, Maus. Ratespiele sind oft den Großen vorbehalten. Denn Kinder im Vorschulalter kennen noch nicht so viele Begriffe. Und wenn doch, scheitert es daran, dass sie die Aufgabenkarten nicht lesen können. »Sag’s mir! Junior« umgeht beide Probleme elegant - und ist obendrein so abwechslungsreich und unterhaltsam, dass Eltern allzu gerne mitspielen. 220 Erklärkarten zeigen ausschließlich Bilder: alles vom Schneemann über die Pizza bis hin zum Toilettenpapier. 20 dieser Karten werden zu Spielbeginn ausgelost und müssen in der ersten Runde mündlich erklärt, später pantomimisch vorgeführt werden. Die Begriffe wiederholen sich also während derselben Partie, Kinder können auch dank ihrer Paradedisziplin punkten: der Merkfähigkeit. Spielen Vierjährige mit, erklären erst mal nur die Erwachsenen. Haben sich die Kinder abgeschaut, wie es geht, können sie ebenfalls ran.

Fabelhafter Fabelsaft. Ob Schildkröte, Giraffe oder Schlange: Die ganze Tierwelt ist wild auf Säfte. Wer die meisten erwirbt, gewinnt. Die Läden in »Fabelsaft« erwarten jedoch, dass man die Zutaten selber mitbringt. Jede Saftbar verlangt eine andere Kombination. Gleichzeitig offeriert jeder Laden auch Früchte, ebenfalls nach individuellen Regeln: Hier zieht man Obstkarten einfach vom Stapel, dort zockt man darum, woanders bestiehlt man seine Mitspieler. Die Kunst besteht darin, seine Einkaufs-Route so zu wählen, dass in wenigen Zügen die meisten Früchte gesammelt und postwendend zu Säften verarbeitet werden. 20 Partien lang gibt es keine einzige Wiederholung.

Vorsicht, bissig! Ja, zugegeben, das sieht aus wie »Mensch ärgere dich nicht«, und es hat auch ähnliche Regeln. Allerdings: Wo ist der Würfel? Und: Warum gibt es einen Hund? Bei »Black Dog« besitzt jeder vier Figuren und will sie einmal ums Rund ins sichere Häuschen laufen lassen. Soweit bekannt. Doch voran geht es nicht mit Würfelaugen, sondern mit Karten. Mit regulären sowie mit Spezialkarten, die besondere Tricks erlauben. Clou Nr. 1: Immer zwei spielen im Team und dürfen sich gegenseitig helfen. Clou Nr. 2: Der Hund schmeißt alle raus, denen er begegnet. Am besten dirigiert man ihn zu den Gegnern. Oder flüchtet galant über die Drehscheibe.

Kleinstgärtner. Gartenarbeit macht Spaß. Kleinstgärtner haben den mit »Cottage Garden« auch am Spieltisch. In jedem Zug wählt ein Spieler zwischen mehreren Beeten. Diese ähneln obskur geformten »Tetris«-Teilen und sollen so im Areal platziert werden, dass der nackte Boden vollständig bedeckt wird, Blumentöpfe und Pflanzenglocken aber möglichst nicht. Denn diese bringen die Punkte, sobald der leere Raum vollständig überbaut ist. Da aber auch zügiges Vorankommen belohnt wird, opfert mancher eben doch den einen oder anderen Gegenstand. Das eingängige Taktikspiel gefällt Puzzlern und allen, die es friedlich und konstruktiv mögen. Auch wenn es zum Punktsieg nicht reicht: Schöne Gärten bauen hier alle.

Intelligent statt albern. Unterhaltsam sind Partyspiele fast immer. Zeitdruck, knifflige Aufgaben und komische Randbedingungen bieten Lachgarantie. »Word Slam« aber dringt etwas tiefer. Im wohl intelligentesten Partyspiel dieses Jahres braucht es zur Lösung nämlich vor allem Kreativität. Die Spieler sollen Begriffe wie »Roboter« oder »Schiefer Turm von Pisa« erklären - und zwar mit sehr reduziertem Vokabular und ohne zu sprechen. Gerade mal 105 Wörter auf 105 Karten stehen zur Verfügung. Im Wettlauf mit dem Gegnerteam durchblättern die Erklärer ihren Vorrat und stellen alle geeignet erscheinenden Vokabeln auf ein Kartenbänkchen. Und wenn Umschreibungen wie »Technik Mann« oder »Lustig schlecht Sehenswürdigkeit in Süden Land« zur Lösung führen, folgt beeindrucktes Erstaunen, wie vieles sich mit so wenigen Wörtern ausdrücken lässt. Und gelacht wird natürlich auch.

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