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Erich Rübensam

Von Rosi Blaschke

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Eine der unwürdigsten Folgen der deutschen Einheit nach 1989 war die Zerschlagung der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR (AdL). 1951 gegründet, war sie eine bedeutende, weit über die Grenzen der DDR hinausweisende Wissenschaftseinrichtung. Doch die Zeit ging über sie hinweg.

Die Agrarforschung hat nun einen weiteren Verlust erlitten. Der zweite Präsident der Akademie, Erich Rübensam, ist am 2. Dezember im Alter von 94 Jahren gestorben. Von 1968 bis 1987 leitete er die Institution.

Erich Rübensam ist einen ungewöhnlichen Lebensweg gegangen. Er hat ihn selbst beschrieben mit »Vom Landarbeiter zum Akademiepräsident«. Der Bauernsohn war nach Soldatsein und sowjetischer Gefangenschaft mit seiner Familie als Flüchtling in den Kreis Rostock gekommen, wo er in Mönchhagen als Landarbeiter tätig war. Er bestand eine Begabtenprüfung und erwarb an der Universität Rostock den Abschluss als Diplomlandwirt mit Auszeichnung. 1950 promovierte er mit einer Arbeit zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit auf Sandböden. Fortan wird die Erhaltung und Mehrung der Bodenfruchtbarkeit sein wichtigstes Forschungsthema bleiben.

1950 wird Rübensam als jüngster Leiter einer wissenschaftlichen Einrichtung zum Direktor der Forschungsanstalt für Ackerbau und Pflanzenzüchtung Müncheberg in Brandenburg, eines bedeutenden Forschungsstandorts seit 1928, berufen. Es muss ihm Genugtuung gewesen sein, dass diese Einrichtung nach der Wende als eine der wenigen agrarischen dem Kahlschlag entging und als Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung hohes Ansehen genießt.

Als Nachfolger des berühmten Pflanzengenetikers Hans Stubbe wird Rübensam 1968 Präsident der AdL und leitet sie fast zwanzig Jahre lang. Hohes Niveau der Forschung und fruchtbringende Zusammenarbeit mit der Praxis waren für ihn unabdingbar. Als einer der ersten Wissenschaftler übernahm er die Patenschaft über eine LPG. Zeitlebens hat er sich für die Entwicklung der Genossenschaften als einer zukunftsträchtigen Arbeitsform eingesetzt. Der Präsident war eher von leisem Naturell, einer, der auch in der Politik als Mitglied des ZK der SED für die Agrarforschung mehr wirkte als stritt. Er war nicht der Aufmüpfige, obwohl auch die Landwirtschaftsakademie der DDR »politisch motivierte Eingriffe und Störungen« zu verkraften hatte.

Rosa - Dietz-Verlag

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