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Blick nach Europa

Bildungsrauschen

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2011 hat der Bund demokratischer Wissenschaftler einen Vergleich zur Situation der Studienfinanzierung innerhalb Europas vorgelegt. (bdwi.de) Der Akademikerverband unterscheidet vier verschiedene Finanzierungssysteme. Kriterien sind das Maß an Unabhängigkeit Studierender in Bezug auf das »finanzielle Engagement« des Staates und die Sicht der Gesellschaft auf Studierende. So sehen die skandinavischen Länder und Finnland ihre Studierenden als »eigenverantwortliche Bürger« und stellen ausreichend finanzielle Mittel als Zuschuss oder Darlehen zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten deren Eltern keine kindbezogenen Transferleistungen. Die Studierenden gelten »als junge Erwachsene, die mit Hilfe der staatlichen Finanzierung ihren Weg gehen«.

Mit einem Mix aus Zuschuss und Darlehen funktioniert das System der staatlichen Unterstützung für Studierende in Frankreich, Deutschland, Österreich und Belgien, die somit Studenten zum Typus des »heranwachsenden Auszubildenden« zählen. Mit Eltern als »Hauptfinanzierungsquelle«, die jedoch im Gegenzug durch staatliche Transferleistungen unterstützt werden, ist dies ein elternabhängiges System der Studienfinanzierung. Studierende besitzen einen Rechtsanspruch auf Unterhalt.

In Italien, Spanien, Portugal und Griechenland gilt das System »Kinder im Hause der Eltern«. Abgesehen von absoluten Härtefallregelungen erhalten Studierende ausschließlich Unterhalt von den Eltern, haben dann aber auch einen Rechtsanspruch darauf.

Der letzte Typus nennt sich »Investoren« und zeichnet sich durch »geringe staatliche Verantwortung bei gleichzeitiger relativer finanzieller Unabhängigkeit der Studierenden« aus. Ihn findet man in den Niederlanden und Großbritannien. In diesen Ländern versteht man das Studium als eine Investition in den Beruf. Und so erhalten Studierende auch Zuschüsse, vor allem aber Darlehen.

Die Unterschiedlichkeit der Systeme erschweren den Vergleich hinsichtlich der Frage, inwieweit die Systeme dem Maßstab der sozialen Gerechtigkeit und Chancengleichheit genügen. Die Autoren des bdwi greifen deshalb auf das sogenannte Konzept der Affordability zurück. Dieses macht die »Erschwinglichkeit« zum Kriterium. Maßstab ist hier das Ausmaß, durch das Studierende in die »finanzielle Lage versetzt« werden, ein Studium zu beginnen. Dazu gehört die Berücksichtigung der Kaufkraft der jeweiligen Länder.

Die Autoren halten als Ergebnis fest, dass sich Reformen des Studienfinanzierungssystems in Deutschland, die die Chancengleichheit im Blick haben, am skandinavischen Modell mit seinem Bild des »eigenverantwortlichen Bürger« orientieren müssen. Es habe sich gezeigt, dass mit dem Darlehen die Angst vor Verschuldung verbunden sei. Zudem zeige eine Studienfinanzierung auf Darlehensbasis keinen »finanzpolitischen Effekt«, führe also nicht zu weniger staatlichen Ausgaben.

Auch in dem 2013 vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung erhobenen Vergleich zeigt sich das skandinavische Modell als das mit der größten Chancengleichheit (dzhw.eu). Lena Tietgen

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