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Billigmilch, Ernteeinbuße, Vogelgrippe

Agrarminister zieht Bilanz für den Nordosten

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Schwerin. Die dauerhafte Milchpreiskrise seit 2014 hat in Mecklenburg-Vorpommern bislang 62 Milchbauern zum Aufgeben gezwungen. Wie Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) am Montag in Schwerin sagte, sank die Zahl der Milchproduzenten im Land damit innerhalb von zwei Jahren um etwa sieben Prozent auf 788. Der Viehbestand ging um knapp sechs Prozent auf 172 000 Milchrinder zurück, 160 Beschäftigte in den Ställen verloren ihre Arbeit. Niedrige Preise für Schweinefleisch und eine schlechte Ernte hätten die ohnehin schwierige Lage der meisten Agrarbetriebe noch verschärft. »Eine Hiobsbotschaft jagte die nächste«, konstatierte Backhaus in seiner Bilanz für das Jahr 2016, verwies aber auch auf erste Zeichen für einen Trendwandel.

So hätten die erzwungenen Produktionskürzungen und eine weltweit steigende Nachfrage nach Milchprodukten die Milchpreise nach dem Rekordtief zur Jahresmitte wieder steigen lassen. Statt 20 Cent erhielten die Bauern nun 30 Cent je Liter Rohmilch. »Das ist ein Lichtblick. Von kostendeckenden Preisen sind wir damit aber immer noch weit entfernt«, betonte der Minister. Als kostendeckend gelten Rohmilchpreise ab 40 Cent.

Der SPD-Politiker hatte als Chef der Agrarministerkonferenz im Konflikt um die Milchpreise mit an vorderster Front gestanden und sich auch für staatliche Hilfen stark gemacht. »Hätten die Verantwortlichen in Brüssel und Berlin früher auf uns gehört, hätten wir die Krise besser durchschreiten können«, zeigte sich Backhaus überzeugt. Erst auf massiven Druck hin waren Hilfspakete geschnürt worden. So zahlte die Union für jeden nicht produzierten Liter Milch 14 Cent, um so das Überangebot zu drosseln.

Backhaus sieht jedoch auch die Bauern in der Pflicht, durch gezielte Produktionsbeschränkungen das Überangebot an Rohmilch abzubauen und so mit für stabile Preise zu sorgen. Molkerei-Genossenschaften müssten zudem dazu übergehen, faire Lieferbindungen mit den Bauern auszuhandeln. In der Agrarministerkonferenz wolle er daher darauf dringen, das gesetzliche Privileg der Genossenschaften abzuschaffen. »Es muss klare Liefervereinbarungen mit den Landwirten zu Mengen, Qualität und Preis geben. Andernfalls haben wir schon bald die nächste Krise«, warnte Backhaus, der den Vorsitz der Ministerkonferenz zum Jahreswechsel an seinen Amtskollegen in Niedersachsen abgibt.

Die Geflügelhalter in Mecklenburg-Vorpommern ermahnte Backhaus, die Stallpflicht für ihre Tiere strikt einzuhalten. Die jüngsten Infektionsfälle in Nordrhein-Westfalen zeigten, dass die Gefahr längst noch nicht gebannt ist, sagte der Minister. Nach seiner Überzeugung haben die rasche und konsequente Umsetzung der Stallpflicht sowie umfassende Hygienevorkehrungen dazu beigetragen, dass Großbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern bislang von der Tiersuche verschont blieben.

Rund 750 Hühner und Enten hätten im Land vorsorglich getötet werden müssen. Bundesweit seien es schon mehr als 60 000. Seit dem Ausbruch der hochansteckenden Tierseuche Anfang November seien im Nordosten mehr als 4000 Tiere getestet worden, bei 162 Wildvögeln und in zehn kleineren Nutztierbeständen wurde der Erreger H5N8 gefunden, der aber nicht auf Säugetiere übergreife, betonte Backhaus. Die Herkunft des Erregers sei bisher nicht zweifelfrei geklärt. Wissenschaftler gehen von einem nach wie vor hohen Eintragsrisiko in Nutztierbestände durch direkten oder indirekten Kontakt mit Wildvögeln aus. dpa/nd

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