Werbung

Dan Lahav gestorben

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Bereits am 14. Dezember ist der Intendant des deutsch-jüdischen Theaters Größenwahn, Dan Lahav, nach kurzer, schwerer Krankheit mit 70 Jahren gestorben, wie das Theater am Montag mitteilte. »Kreativ, ungebrochen, elegant und gesegnet mit dem typischen jüdischen Humor inszenierte er in seinem Haus Dramen und Komödien zu den verschiedensten jüdischen Themen«, heißt es.

Dan Lahavs Mutter, Jeannette Feuer, war eine bekannte Sportlerin, die 1930 den ersten Platz im 100-Meter-Lauf in Hamburg gewann, und noch rechtzeitig über Belgien nach Palästina flüchtete, bevor die Nationalsozialisten die Familie deportieren konnten. Geschwister und viele weitere seiner Angehörigen kamen in Auschwitz um.

Am 1. Februar 1946 wurde Dan Lahav in Israel unter ärmsten Verhältnissen geboren. Seine Mutter und die Großmutter - eine Opernsängerin - machten ihn schon früh mit der jüdischen, aber auch mit der deutschen Kultur und Sprache vertraut. Dank seiner Großmutter kannte der kleine Dan sämtliche Arien der bedeutendsten Opern auswendig.

Nach seinem Schulabschluss leistete Dan Lahav seinen Militärdienst, kämpfte im Jom-Kippur-Krieg, absolvierte ein Studium an der Universität Tel Aviv in den Fächern Schauspiel und Regie sowie das der Pantomime bei Marcel Marceau. Als Schauspieler trat er im Nationaltheater »Habimah« in Tel Aviv, im deutschsprachigen »Gescher« und im Pantomimentheater auf, als Regisseur inszenierte er u. a. Stücke wie »Warten auf Godot«, »Glasmenagerie«, »Andorra«, und »A Massel, dass es sie gibt«.

Der Wunsch, die jüdische Kultur lebendig zu halten, war seine Triebfeder. nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!