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Festgenommener nach Anschlag in Berlin freigelassen

Berlin trauert um Tote und Verletzte / Innenminister de Maizière: Kein Zweifel mehr an Anschlag in Berlin

Update 20.40 Uhr: IS vereinnahmt Berliner Anschlag für sich
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Angriff auf den Weihnachtsmarkt in Berlin für sich in Anspruch genommen. Der Täter sei ein »Soldat des Islamischen Staates« gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak im Internet. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht verifizieren. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle im Internet verbreitet. Auch die Form der Erklärung entspricht früheren Bekenntnissen der Extremisten. Die Operation sei eine Reaktion auf Aufrufe, die Bürger der Staaten der internationalen Koalition anzugreifen. Die Sicherheitsbehörden hatte zuvor die Vermutung geäußert, dass der Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt einen islamistischen Hintergrund hat.

Update 19.15 Uhr: Festgenommener nach Anschlag in Berlin freigelassen
Der nach dem Anschlag in Berlin am Montagabend festgenommene Verdächtige ist wieder freigelassen worden. »Die bisherigen Ermittlungsergebnisse ergaben keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten«, teilte der Generalbundesanwalt am Dienstagabend in Karlsruhe mit. Der Pakistaner war nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche mit insgesamt zwölf Toten kurz nach der Tat aufgrund von Augenzeugenberichten festgenommen worden.

Er wurde verdächtigt, der Fahrer des Lkw zu sein, der von dem Täter in den Weihnachtsmarkt gesteuert wurde. »Die durchgeführten kriminaltechnischen Untersuchungen konnten eine Anwesenheit des Beschuldigten während des Tatgeschehens im Führerhaus des LKW bislang nicht belegen«, teilte der Generalbundesanwalt mit.

Der zwischenzeitlich festgenommene Mann habe in einer polizeilichen Vernehmung »umfangreiche Angaben« gemacht, eine Tatbeteiligung jedoch bestritten. Der Generalbundesanwalt wies zudem darauf hin, dass es keine »lückenlose Verfolgung« des Lkw-Fahrers nach dem Anschlag durch Augenzeugen gegeben habe.

Update 19 Uhr: Berlin gedenkt der Toten und Verletzten
Mit einem Gottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist am Dienstagabend der Opfer des verheerenden Anschlags auf den dortigen Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten gedacht worden. An dem ökumenischen Gottesdienst nahmen rund 800 Besucher teil. Darunter waren Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert (beide CDU), Bundesratspräsidentin Malu Dreyer, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (beide SPD), Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sowie Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch, ein Rabbiner und mehrere Imame.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, erinnerte in einer kurzen Ansprache daran, dass am Montagabend in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gerade der Bach-Chor seine Stücke für das Weihnachtsfest probte, als sich wenige Meter entfernt der schreckliche Anschlag ereignete, der zwölf Menschen das Leben kostete. Mit dem Gottesdienst solle der Opfer gedacht und den Trauernden gezeigt werden: »Ihr seid nicht alleine in Eurer Trauer! Wir stehen an Eurer Seite in Eurem tiefen Schmerz.«

Das Brandenburger Tor wurde am Dienstagabend in den Deutschlandfarben und den Farben Berlins angestrahlt worden. Das Wahrzeichen der Hauptstadt solle ein Ort sein, »an dem man seine Trauer und Solidarität ausdrücken kann«, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) zuvor. Um 18 Uhr unterbrachen außerdem viele Radioprogramme in der Hauptstadt ihr Programm für eine Schweigeminute.

Update 17.15 Uhr: 24 Verletzte haben Krankenhäuser wieder verlassen können
Von den 45 Verletzten des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche haben 24 die Krankenhäuser inzwischen wieder verlassen. Das teilte die Berliner Polizei am Dienstag über den Internetdienst Twitter mit. »Das macht uns Hoffnung.« Die Entlassenen seien wieder bei ihren Angehörigen.

Auf dem Weihnachtsmarkt nahe des Kurfürstendamms waren am Montag elf Menschen getötet und 45 weitere zum Teil schwer verletzt worden, als ein Lkw in die Menge raste. Generalbundesanwalt Peter Frank sagte am Dienstag, die Ermittler gingen von einem »terroristischen Hintergrund aus«. Ein Bekennervideo gebe es allerdings nicht.

Update 17 Uhr: Noch 14 Schwerstverletzte in Krankenhäusern
Die Berliner Behörden schließen nicht aus, dass sich die Zahl der Todesopfer nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz noch erhöhen könnte. Derzeit befänden sich noch 14 Schwerstverletzte in Berliner Krankenhäusern, sagte der Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung, Christoph Lang, am Dienstagnachmittag auf epd-Anfrage. Insgesamt wurden zu diesem Zeitpunkt noch 24 Verletzte stationär behandelt. Am Montagabend waren nach den Worten des Sprechers insgesamt 52 Verletzte in 22 Berliner Krankenhäuser eingeliefert worden. Drei Patienten erlagen in der Nacht zum Dienstag ihren schweren Verletzungen. Damit erhöhnte sich die Zahl der Todesopfer auf zwölf. Von den 49 Verletzten konnten 25 bis zum Mittag aus den Krankenhäusern entlassen werden, 24 befanden sich am Dienstagnachmittag weiter in stationärer Obhut.

Update 16.25 Uhr: Entscheidung über Tatverdächtigen eventuell noch heute
Die Entscheidung über den weiteren Umgang mit dem Tatverdächtigen von Berlin fällt möglicherweise noch heute. »Es ist möglich, dass wir heute Abend entscheiden: Er ist es aus unsere Sicht nicht«, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. BKA-Chef Münch sagte, es gelte die Ergebnisse der Spurensicherung abzuwarten. Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sagte, die Beschreibungen des geflüchteten Täters seien noch nicht konkret genug.

Update 15.45 Uhr: Mehr Bundespolizei an Flughäfen, Bahnhöfen und Grenze
Nach dem Terroranschlag in Berlin zeigt die Bundespolizei in der Region Berlin und Brandenburg deutlich mehr Präsenz. Die Zahl der Einsatzkräfte an Bahnhöfen sowie an den beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld sei verstärkt worden, sagte ein Sprecher am Dienstag in Berlin. Zudem wurde die Fahndung in einem 30 Kilometer breiten Streifen an der Grenze zu Polen intensiviert. Die Beamten seien teils mit Maschinenpistolen und Schutzwesten ausgerüstet und zeigten diese auch offen.

Update 14.55 Uhr: Generalbundesanwalt bestätigt Zweifel an Täterschaft des Festgenommenen
Generalbundesanwalt Peter Frank hat die Zweifel an der Schuld des nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Montagabend festgenommenen Pakistaners bestätigt. Die Ermittler müssten sich »mit dem Gedanken vertraut machen, dass der Festgenommene eventuell nicht der Täter war oder zur Tätergruppe gehörte«, sagte Frank am Dienstagnachmittag in Berlin. Auch sei unklar, ob es sich um einen oder mehrere Täter handele.
Nach Angaben von Generalbundesanwalt Peter Frank ist noch unklar, ob der Anschlag von Berlin einen islamistischen Hintergrund hat. »Wir haben noch kein Bekennervideo«, betonte Frank. Aus dem gewählten Ziel und dem Vorgehen des Täters könne man auf ein islamistisches Motiv schließen. Dabei handle sich aber um keine unumstößliche Annahme. Man müsse weiter in alle Richtungen ermitteln.

Update 14.45 Uhr: Berliner Feuerwehr: Zahlreiche Menschen lebensgefährlich verletzt
Bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche haben zahlreiche Menschen lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Berlins Feuerwehrchef Wilfried Gräfling sprach am Dienstag von 18 lebensgefährlich Verletzten, von denen 3 bis zum Dienstagmorgen gestorben seien. Dadurch hatte sich die Zahl der Todesopfer auf dem Weinachtsmarkt auf elf erhöht. Außerdem wurde ein polnischer Lastwagenfahrer getötet. Er wurde auf dem Beifahrersitz des Lkw gefunden, der am Montagabend auf den Markt gelenkt worden war. 14 Menschen erlitten laut Gräfling schwere Verletzungen, 17 wurden leicht verletzt.

Update 14.25 Uhr: Gauck beschwört »starke Gemeinschaft«
Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt hat Bundespräsident Joachim Gauck den Zusammenhalt in Deutschland trotz der mörderischen Tat beschworen. »Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen«, sagte Gauck in einer kurzen Ansprache am Dienstag in Berlin. »Er wird unser Miteinander nicht spalten«, betonte der Bundespräsident.

Die Menschen hierzulande lebten in einer »starken Gemeinschaft«, in der das Recht und die Menschlichkeit zählten. »Unser Zusammenhalt wird nicht schwächer, er wird stärker, wenn wir angegriffen werden«, sagte Gauck.

Update 13.40 Uhr: Zweifel an Täterschaft des Festgenommenen
Der in Berlin festgenommene Terrorverdächtige hat den Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt möglicherweise nicht begangen. »Es ist in der Tat unsicher, dass es der Fahrer war«, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt am Dienstag. An gleicher Stelle sagte der Berliner Generalstaatsanwalt Ralf Rother nach AFP-Angaben: »Es ist nach meinem Stand unsicher, ob es wirklich der Fahrer war.«

Die Berliner Polizei hat nach dem Attentat auf dem Weihnachtsmarkt nach einem »Welt«-Bericht einen falschen Tatverdächtigen gefasst. »Wir haben den falschen Mann«, zitierte die Zeitung am Dienstag eine Quelle aus der Berliner Polizei. Damit ergebe sich eine neue Lage. »Denn der wahre Täter ist noch bewaffnet auf freiem Fuß und kann neuen Schaden anrichten«, habe es aus der Polizei geheißen. Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sagte bei einer Pressekonferenz: »Wir werden jetzt mit allen Kräften klären, inwieweit sich der Tatverdacht erhärtet.« Falls sich herausstelle, dass der Verdächtige nicht der Täter sei, werde natürlich weiter ermittelt.

Über Twitter wandte sich die Berliner Polizei an die Bevölkerung: »Der festgenommene Tatverdächtige streitet derzeit die Tat am Breitscheidplatz ab. Wir sind daher besonders wachsam. Seien Sie es bitte auch.«

Update 13.30 Uhr: Berlins Bürgermeister Müller: »Anschlag auf unser aller Freiheit«
Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) hat sich nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt sichtlich schockiert gezeigt. »Es ist mal wieder ein Anschlag auf unser aller Freiheit, unser Leben - und es hätte tatsächlich auch jeden treffen können«, sagte er am Dienstag. Am Abend werde wie bei anderen Anschlägen zuvor am Brandenburger Tor gedacht. »Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Farben angestrahlt werden.«

Update 12.45 Uhr: De Maizière: Kein Zweifel mehr an Anschlag
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geht bei dem Lkw-Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt eindeutig von einem Anschlag aus. »Wir haben keinen Zweifel mehr, dass es sich bei dem schrecklichen Ereignis gestern Abend um einen Anschlag gehandelt hat«, sagte der Minister am Dienstag in Berlin. Der Innenminister sagte weiterhin, dass der festgenommene Tatverdächtige die Tat abstreite. Der Generalbundesanwalt habe ein Strafverfahren eingeleitet. De Maizière bestätigte, dass es sich bei dem noch am Montag festgenommenen Mann, der der Fahrer des Lasters sein könnte, um einen Asylbewerber aus Pakistan handele. Er sei Silvester 2015 eingereist und registriert worden. Über das Asylverfahren sei noch nicht abschließend entschieden.

De Maizière gab an, bislang seien »erst wenige Opfer identifiziert«. 48 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt. Der Minister sprach von 18 Schwerverletzten.

Update 12.15 Uhr: Innenminister wollen mehr Polizei »waffenmäßig aufrüsten«
Die Innenminister der Länder und des Bundes haben nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin die Ausweitung von Sicherheitsvorkehrungen für Silvester und andere Großveranstaltungen beschlossen. »Wir werden unmittelbar Kontakt aufnehmen mit Kommunen und Veranstaltern, um gemeinsam zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu besprechen und technische Möglichkeiten auszuloten, wie man Zugangswege sperren kann«, sagte der saarländische Ressortchef Klaus Bouillon (CDU) der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag nach einer Telefonkonferenz der Ressortchefs. Beschlossen worden sei dabei auch, »dass alle Polizeistreifen waffenmäßig aufgerüstet werden«. Dabei würden verstärkt Maschinenpistolen und schweres Gerät eingesetzt. Die konkrete Entscheidung dazu liege im Ermessen der Länderminister und der Einsatzleiter der Polizei. Bouillon ist derzeit Vorsitzender der Innenminister-Konferenz (IMK).

Update 11.55 Uhr: Merkel geht von Terroranschlag aus
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bewertet die Todesfahrt eines Lastwagens auf den Weihnachtmarkt in Berlin als Terroranschlag. »Wir müssen nach jetzigen Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen«, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. Bei dem Anschlag waren am Montagabend auf dem Berliner Breitscheidplatz mindestens zwölf Menschen getötet und rund 50 verletzt worden.

Die Kanzlerin äußerte sich tief erschüttert. »Das ist ein sehr schwerer Tag.« Sie denke in diesen Stunden zuallererst an die Toten und Verletzten. Ein ganzes Land sei in Trauer vereint.

Nach Merkels Worten wäre es besonders schwer zu ertragen, wenn der Täter tatsächlich in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten hat. »Dies wäre besonders widerwärtig gegenüber den vielen, vielen Deutschen, die tagtäglich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind und gegenüber den vielen Menschen, die unseren Schutz tatsächlich brauchen und die sich um Integration in unser Land bemühen.«

Merkel sagte, sie werde mit dem Sicherheitskabinett und den Chefs der Sicherheitsbehörden über den Stand der Erkenntnisse und mögliche Konsequenzen beraten. Wenn nötig könne die Runde jederzeit erneut zusammenkommen. Am Nachmittag wollte Merkel zusammen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) ihre Anteilnahme auf dem Breitscheidplatz bekunden.

Update 9.25 Uhr: Polizeieinsatz auf früherem Flughafen Tempelhof
Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt hat die Polizei einen Hangar auf dem früheren Flughafen Tempelhof durchsucht. Dort befindet sich Berlins größte Flüchtlingsunterkunft. Vier junge Männer Ende 20 aus dem Hangar 6 seien befragt worden, es gab aber keine Festnahmen, sagte Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, am Dienstag.

Der Einsatz, an dem auch Kräfte der Spezialeinheit (SEK) beteiligt waren, habe um 3.00 Uhr mit bis zu 250 Beamten begonnen. Die Kräfte seien dann aber reduziert worden. Die Lage sei ruhig gewesen. Um 8.00 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen.

Ob die Polizei nach Verbindungen des Täters suchte, der am Montagabend mit einem Sattelschlepper in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerast war und mindestens elf Menschen tötete, sagte der Sprecher nicht explizit. »Die Annahme kann man aber haben.« Zur Herkunft der befragten Flüchtlinge gab es keine Angaben.

Update 8.46 Uhr: SEK durchsucht Hangars auf früherem Flughafen Tempfelhof
Spezialeinsatzkräfte (SEK) der Polizei haben am Dienstagmorgen nach Medienberichten Hangars auf dem früheren Flughafen Tempelhof durchsucht. Dort befindet sich Berlins größte Flüchtlingsunterkunft. Der Lkw-Fahrer soll in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft gelebt haben. Die Polizei bestätigte den SEK-Einsatz zunächst nicht.

Update 7.52 Uhr: Verdächtiger soll über Balkanroute eingereist sein
Der nach dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt festgenommene Verdächtige ist nach Erkenntnissen der Behörden wohl im Februar als Flüchtling über die Balkanroute nach Deutschland eingereist. Das erfuhr die Deutschen Presse-Agentur am Dienstag aus Sicherheitskreisen. Demnach soll der Mann in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft gelebt haben. Die genaue Identifizierung gestalte sich auch deswegen schwierig, weil der Verdächtige mehrere Namen benutzt haben soll. Die Ermittler gehen nach diesen Informationen davon aus, dass der Mann aus Pakistan oder aus Afghanistan stammt. Nach Informationen des RBB-Inforadios kommt er aus Pakistan.

Update 6.49 Uhr: Experte Neumann spricht von einem Terroranschlag
Der Terrorismusforscher Peter Neumann hält einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin für sehr wahrscheinlich. »Die Taktik ist wie in Nizza und es passt in die Strategie des Islamischen Staates«, sagte Neumann vom King's College in London der Deutschen Presse-Agentur. »US-Geheimdienste haben außerdem in den vergangenen Wochen vor Anschlägen auf Weihnachtsmärkten gewarnt.« Es passe einfach alles zusammen. »Wenn sich das als Anschlag tatsächlich herausstellen sollte, wäre das keine Überraschung«, erklärte der Forscher. Zuvor hatte sich der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) ähnlich geäußert. Er erklärte: »Nach allem, was wir wissen, müssen wir von einem Terroranschlag ausgehen.«

Im vergangenen Juli waren 86 Menschen in Nizza ums Leben gekommen, als ein Terrorist mit einem Lastwagen über die Uferpromenade der Mittelmeermetropole fuhr. Für die Tat hatte die Terrormiliz Islamischer Staat die Verantwortung übernommen.

Update: 6.12 Uhr: Polizei: Laster vorsätzlich in Weihnachtsmarkt gesteuert
Nach der Todesfahrt eines Lastwagens auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche geht die Polizei von einem Anschlag aus. »Unsere Ermittler gehen davon aus, dass der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gesteuert wurde«, teilte die Polizei am Dienstag über Twitter mit. Dabei waren am Montagabend zwölf Menschen getötet und 48 weitere verletzt worden.

Ein Lkw mit polnischem Kennzeichen war auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz, direkt am Kurfürstendamm und an der Gedächtniskirche, gefahren. Die Polizei hatte zunächst weder einen Unfall noch einen Anschlag ausgeschlossen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in der ARD: »Ich möchte jetzt noch nicht das Wort Anschlag in den Mund nehmen, obwohl viel dafür spricht.« Ein Verdächtiger, der den Todes-Lkw gesteuert haben soll, wurde festgenommen.

Der mutmaßliche Fahrer könnte Pakistaner oder Afghane sein, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Er sei wohl im Februar als Flüchtling eingereist, heißt es weiter. Letzte Gewissheit gab es zunächst nicht, da der Mann unterschiedliche Namen verwendet habe. Ein weiterer Mann, der auf dem Beifahrersitz saß, starb laut Polizei vor Ort. Er war Pole. Der für den Staatsschutz zuständige Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen.

Ein leitender Mitarbeiter des polnischen Lkw-Unternehmens äußerte die Vermutung, dass jemand am Montag mehrfach geübt hatte, das Fahrzeug zu starten. Lukasz Wasik sagte dem Internetportal money.pl, obwohl der Laster eigentlich bis zu seiner Entladung am Dienstag stehen bleiben sollte, sei laut den von ihm überprüften GPS-Daten aus dem Lastwagen der Motor drei Mal gestartet worden. Um 19.34 Uhr sei der Lkw schließlich los gefahren. Der Lastwagen transportierte den Angaben zufolge 25 Tonnen Metallprodukte aus Italien. Die Berliner Polizei erklärte, es bestehe »der Verdacht, dass dieser Lkw in Polen von einer Baustelle gestohlen wurde«.

Update 22.35 Uhr: Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen
Wie Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, übernimmt Generalbundesanwalt Peter Frank die Ermittlungen zu dem Vorfall mit neun Toten und zahlreichen Verletzten auf einem Berliner Weihnachtsmarkt.

Ein Verdächtiger festgenommen, einer tot

Auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin ist am Montagabend nach Polizeiangaben möglicherweise ein Anschlag mit einem Lastwagen verübt worden. Die Polizei sprach via Twitter von neun Toten und vielen Verletzten. Ein Verdächtiger, vermutlich der Fahrer, sei festgenommen worden. Im Führerhaus wurde ein toter Mann entdeckt. Über die Todesursache ist laut Polizei zunächst nichts bekannt. Auch die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar. Auch ein Unfall schien zunächst möglich.

»Soeben ist ein LKW über den Gehweg am #Breitscheidplatz gefahren. Unsere Kolleg. melden Verletzte. Weitere Infos folgen hier«, teilte die Polizei zunächst auf Twitter mit. Ein Live-Video auf der Facebook-Seite der »Berliner Morgenpost« zeigte zerstörte Buden auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, zahlreiche Polizei-Fahrzeuge waren zu hören.

Bei dem Lkw mit polnischem Kennzeichen handelt es sich um einen großen schwarzen Sattelschlepper. Er soll kurz nach 20 Uhr mit hoher Geschwindigkeit bis zu 80 Meter weit über den Weihnachtsmarkt gerast sein und dabei mehrere Verkaufsstände zerstört haben.

Gegenüber dem rbb sprach der Regierende Bürgermeister Michael Müller von einer »furchtbaren Situation«. Innensenator Andreas Geisel (beide SPD) sagte: »Wir sind in Gedanken bei den Opfern.« Er appellierte auch an die Berliner keine Gerüchte zu verbreiten. Die Polizei fordert die Menschen auf, nicht zum Breitscheidplatz zu kommen und die Fluchtwege freizuhalten. Agenturen/nd

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