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Besuchern der Gedenkstätte Abfuhr erteilt

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Im Streit um eine bessere Busanbindung der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen fühlt sich die Stiftung brandenburgische Gedenkstätten vom Landkreis Oberhavel und von der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft (OVG) hingehalten. »Nachdem der Landkreis die Bedürfnisse der vielen Tausend Gedenkstättenbesucher aus aller Welt seit vielen Jahren ignoriert hat, können wir uns nicht damit abfinden, dass das Problem wieder auf die lange Bank geschoben wird«, kritisierte Stiftungsdirektor Günter Morsch. Zuvor hatte er am Dienstag ein Gespräch mit Vizelandrat Egmont Hamelow (CDU) und OVG-Geschäftsführer Klaus Peter Fischer. Der Landkreis habe den Bedarf bezweifelt und dazu auf Erhebungen aus dem Jahr 2015 verwiesen, wonach die Buslinie 804 nur gering ausgelastet sei, erzählte Morsch. Kurzfristige Verbesserungen seien ausgeschlossen worden. Man habe stattdessen vorgeschlagen, den Bedarf durch Fahrgastanalysen neu zu ermitteln.

Die Linie 804 verkehrt nur einmal in der Stunde, am Wochenende fährt sie sogar nur alle zwei Stunden. 14 127 Unterschriften sind für eine Taktverdichtung gesammelt worden.

Nach Darstellung von Morsch sieht die Kreisverwaltung das Problem »vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten«. Da die Besucher der Gedenkstätte Sachsenhausen in der Regel mit der S-Bahn aus Berlin anreisen und dazu schon ein ABC-Ticket gelöst haben, können sie die Busse der OVG am Bahnhof Oranienburg benutzen, ohne einen zusätzlichen Fahrschein zu lösen. »Ein Shuttlebus außerhalb des VBB-Tarifs, für den die Gedenkstättenbesucher extra zahlen müssten, wurde dagegen als Option in den Raum gestellt«, berichtete Morsch.

Auch Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) und die Linksfraktion im Kreistag sind für die Taktverdichtung. Die Linksfaktion konnte sich jedoch bei der Abstimmung über den Nahverkehrsplan für die Jahre 2017 bis 2021 gegen die Mehrheit aus SPD und CDU nicht durchsetzen.

Landrat Ludger Weskamp (SPD) äußerte am Mittwoch Bedauern über das Ergebnis des Gesprächs. Er trat dem Vorwurf entgegen, der Landkreis sei auf die Argumente der Gedenkstätte nicht eingegangen. Der Kreis hatte aber schon vorher keine große Hoffnung gemacht. Der Termin war eher eine Reaktion auf Beschwerden, OVG-Chef Fischer habe sich Ende November geweigert, den extra aus Amsterdam angereisten Generalsekretär des Internationalen Sachsenhausen-Komitees Dik de Boef persönlich zu empfangen und die Unterschriften entgegen zu nehmen. Dieser Skandal hatte Schlagzeilen gemacht. Seite 11

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