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Die Amtsanmaßung des Thomas Wawerka

Der einstige Pfarrer auf Probe predigt für die AfD und andere Rechtsaußen

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»Nicht in jedem Talar steckt ein Pfarrer.« Den Satz schrieb Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, nach einer Demonstration, die nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche von der AfD vor dem Kanzleramt organisiert wurde. Mit dabei: Ein Mann im Talar. Der ist, wie Bedford-Strohm klarstellte, kein Pfarrer – zumindest nicht mehr.

Bis August 2016 freilich hatte Thomas Wawerka, der neben Alexander Gauland und Björn Höcke auftrat, eine Pfarrstelle im sächsischen Frohburg inne. Der 41-Jährige war drei Jahre Pfarrer auf Probe, dann aber nicht in den regulären Dienst übernommen worden. Damit habe er das Recht verloren, öffentlich das Wort Gottes zu verkündigen, und sei auch nicht mehr berechtigt, den Talar zu tragen, erklärte das sächsische Landeskirchenamt nach Wawerkas Auftritt, den man »missbillige«.

In der Landeskirche dürfte man sich im Rückblick bestätigt sehen. Dort war die Entscheidung gefallen, Wawerka nicht zu übernehmen; offenbar, weil dieser mit üblen Äußerungen in sozialen Netzwerken aufgefallen war. Er wolle in das »Marschblasen des Mainstreams« nicht einstimmen, formulierte er es selbst – in einem Interview mit der »Sezession«, einer Zeitschrift, die Götz Kubitschek herausgibt, der Chefideologe der deutschen Neuen Rechten.

In dem Gespräch, das nach Wawerkas Ausscheiden aus dem Kirchendienst zustande kam, wirft dieser Pfarrern und der Kirche als Institution vor, sich in der Flüchtlingskrise »politisch instrumentalisieren« zu lassen. Er spannt sich selbst vor einen anderen Karren. Als gegen Kubitscheks »Institut für Staatspolitik« in Schnellroda demonstriert wurde, hielt Wawerka eine Friedensandacht. In Berlin trat er nicht nur bei der AfD auf, sondern besuchte auch die Aktion der »Identitären Bewegung« vor der CDU-Parteizentrale.

Im Interview der »Sezession« sagt Wawerka, er träume von einer »kleinen Kirche, einer kleinen Kommunität« mit »anderer Stimme« und »anderen Akzenten«. Man ahnt inzwischen, welche das sein sollen.

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