Werbung

Sieben Tage, sieben Nächte

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Bevor die Hauptpost des belagerten Sarajevo zerstört wurde, stand auf die Fassade des Gebäudes gesprüht: »Das ist Serbien!« - und als Antwort darunter: »Das ist die Post, du Idiot!« Wüsste man es nicht besser, so könnte man meinen, der Angriff habe dem Satz gegolten, der nicht nur Humor in finsteren Zeiten, sondern auch die politische Weigerung ausdrückte, den nationalistischen, ethnischen und religiösen Wahn mitzumachen, der maßgeblich Schuld am bosnischen Krieg trug.

Der bisweilen tiefschwarze Humor der Menschen in der für 1425 Tage belagerten Stadt, die sich trotz des grausamen und gefährlichen Alltags nicht unterkriegen lassen wollten, ist legendär. Lachen - auch und gerade mit Tränen in den Augen - kann im wahrsten Sinne des Wortes entwaffnend sein, weshalb es all jene, deren Herrschafts- oder Überzeugungsweisen auf Einschüchterung, Bedrohung und Terrorisierung beruhen, nach Kräften bekämpfen. Durch Lachen vermag der Mensch, sich von seiner Angst zu befreien, sagte Søren Kierkegaard (Seite 25). Anders lässt sich kaum erklären, dass Menschen etwa ihre Satiren übers Internet verbreiten, obwohl sie damit rechnen müssen, deswegen verprügelt, verhaftet oder umgebracht zu werden. »Ich kann diese Situation nur mit Humor ertragen«, erzählt ein junger Iraker, der für seine Sketche über den Islamischen Staat (IS) Morddrohungen erhält (Seite 26).

Wir haben diese Ausgabe zu einem Zeitpunkt geplant, als das Jahr schon entsetzlich genug, aber Berlin noch vom Terror verschont war. Die zeitliche Nähe zum Anschlag vom Montag hätte uns beinahe dazu gebracht, alles noch einmal zu verändern, uns und Ihnen das Thema Humor zumindest für die Feiertage zu nehmen. Aber auf wann verschieben? Wenn der Berliner Anschlag zwei Wochen her ist und die Welt wieder auf einen anderen Ort des Grauens blickt?

Ist es eine Zumutung, gerade jetzt in das grinsende Gesicht von Horst Seehofer zu blicken, fragten wir uns. Oder ist die Zumutung des gewöhnlichen journalistischen Geschäfts nicht viel größer, wenn der vermeintlich betroffene CSU-Vorsitzende Trauer und Ängste der einen ausnutzt, um eiskalt seine menschenverachtende Politik auf Kosten der anderen voranzutreiben?

Wir haben uns für den Humor entschieden. Trotz und wegen der schrecklichen Ereignisse, die Berlin getroffen haben. Und sogar Horst Seehofer erhielt eine Duldung in dieser Ausgabe, obwohl er die Obergrenze des Erträglichen in dieser Woche einmal mehr überschritten hat.

Wir wünschen jenen, die leiden, trauern oder sich Sorgen machen, viel Kraft und allen zusammen schöne, friedliche Tage und weniger finstere Zeiten! Regina Stötzel

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Verschenken Sie das »nd«

Klare Worte, Kritische Debatten und mutiger Journalismus von Links: Das »nd« wird Sie bewegen.

Jetzt verschenken oder sich selbst beschenken