Heilige Nacht im Futtertrog

Helge Meves über donnernden Prophetenzorn gegen scheinheilige Feste - und über Ruhe und Besinnung

  • Von Helge Meves
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Noch einige Stunden, dann ist es vollbracht und die Zeit des Erwartens hat ein Ende. Adventus nannten die Römer die feierliche Ankunft des Kaisers. Sie zogen ihm entgegen, um ihn würdig zu begrüßen und den »adventus augusti« zu feiern. Das war ein Fest, ungemein populär, fest eingebürgert. Die spätantiken Kirchenväter adoptierten es, wie sie heidnische Bräuche immer umdeutend integrierten, wenn sie sich schon nicht beseitigen ließen - Hieronymus in Bethlehem feierte fünf Adventssonntage, Ambrosius in Mailand sechs und Papst Gregor I. vier - letzteres wurde irgendwann die Tradition genannt. Verbunden mit der Feier der Ankunft des Jesus von Nazareth, die dafür aus dem Raum der Geschichte in die Zeit verlegt und kommerzialisiert worden war. Dass religiöse Feste auch scheinheilige, solidarisch-gerechtes Leben verhöhnende Heuchelei sein können, hatte der Prophet Amos schon weit tausend Jahre vorher den Mächtigen entgegen geschleudert mit de...


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