Asyl im alten Landtag

Im ehemaligen Parlamentsgebäude auf dem Potsdamer Brauhausberg leben 392 Flüchtlinge

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Vorher war es das Büro von Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD). Noch früher stand dort der Schreibtisch von Günther Jahn, als dieser Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Potsdam gewesen ist. Heute sitzt hier Andreas Wilczek von der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die den ehemaligen Landtag auf dem Potsdamer Brauhausberg als Asylheim betreibt.

392 Bewohner gibt es im Moment, darunter 129 Kinder. Drei kleine Mädchen laufen eine Treppe hoch und grüßen freundlich mit »Hallo«. Weiter hinten auf dem ehemaligen Flur der Linksfraktion stehen drei hochgewachsene Afrikanerinnen und unterhalten sich. Eine der jungen Frauen trägt einen Bademantel. Sie kommt gerade aus der Dusche.

»Am 22. Dezember 2015 sind wir mit 72 Flüchtlingen in eine Baustelle eingezogen«, erinnert sich Heimleiter Wilczek. »Die Herausforderung war: Machen Sie aus Abgeordnetenbüros Wohnungen für Familien.«

Es gab bis dahin nur eine einzige Dusche unten in dem alten Gemäuer, das eins...


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