Gedanken pro Minute

Forscher sehen eine Industrialisierung von Kopfarbeit - das Büro wird dabei zum Fließband

  • Von Josephine Schulz
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Schneller, mehr und billiger. In der industriellen Produktion sehen sich die Beschäftigten seit jeher mit Konzepten zur Steigerung der Effizienz konfrontiert: Fließbandarbeit, Standardisierung, Unterteilung in kleine, einzelne Handgriffe. Und nicht erst seit die Digitalisierung in aller Munde ist, schwingt bei den Arbeitern die Angst mit, durch Maschinen ersetzt zu werden. Sogenannte Kopfarbeiter - Wissenschaftler, Kreative, Ingenieure - schienen von solchen Sorgen weitgehend unberührt. Doch das ändert sich, stellt ein Forscherteam um den Sozialwissenschaftler Andreas Boes in einer großangelegten Fallstudie fest. Boes diagnostiziert eine Industrialisierung der Kopfarbeit, einen historischen Umbruch des Büroalltags. Mit dem Eigenbrötlertum von Experten, die unbehelligt in ihrem Kämmerchen dahin arbeiten, ist - darf man Boes glauben - bald Schluss.

Die Wissenschaftler haben sich im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler Stiftung unte...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.