Berlin - zu heiß und zu kalt

Edda Gutsche erzählt, was Schriftsteller aus Prag hier suchten und fanden

  • Von Monika Melchert
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Im Oktober 1897 folgte Rilke seiner angebeteten Lou Andreas-Salomé nach Berlin. Er, der aus Prag kam (geb. 1875), aus dem damaligen Habsburgerreich, fühlte sich bei den Preußen eigentlich fremd, die burschikose Art der Berliner lag ihm gar nicht. Und doch hielt ihn die Liebe noch eine ganze Weile hier fest, wo er bei Lou in der Schmargendorfer Hundekehlestraße 11 Unterschlupf fand, und sein »Schmargendorfer Tagebuch« schrieb.

Wie Rilke erging es vielen Schriftstellern, die aus Prag in die prosperierende Hauptstadt des Deutschen Reichs übersiedelten. Denn Berlin war ein Anziehungspunkt für Künstler aus allen Himmelsrichtungen, hier traf sich die Avantgarde der modernen Kunst, hierher musste man kommen, um berühmt zu werden. Berlin hatte die besten Theater Deutschlands, die meisten Prominenten, und nicht zu verachten waren die unzähligen Cafés, wo man sich zu dem so notwendigen Austausch untereinander traf, allen voran das legendäre...


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