Hendrik Lasch 01.01.2017 / Politik

Sachsen hat keine Lust auf NS-Gedenken

Im Streit um die Erinnerungspolitik zieht NS-Opferverband Konsequenzen und verlässt Ausstellungsprojekt

Torgau. Ludwig Baumann ist 95 Jahre alt. Die meisten Mitglieder in der von ihm geleiteten Bundesvereinigung Opfer der Wehrmachtsjustiz sind kaum jünger. Kürzlich hat Baumann deshalb einen traurigen Satz geäußert. Mit Blick auf Torgau, das als Zentrum der Militärjustiz im NS-Staat gilt, sagte er, es sei »nicht zu erwarten, dass auch nur eins der Opfer« eine angemessene Würdigung »an diesem zentralen Ort der Verfolgung erleben wird«.

Es ist eine ernüchternde Feststellung – und Konsequenz aus einem bereits Jahre währenden Streit um die 2004 eröffnete Ausstellung »Spuren des Unrechts« im Torgauer Schloss Hartenfels, der kürzlich in einen Eklat mündete: Anfang Dezember kündigte die Bundesvereinigung ihre Mitarbeit an der geplanter Überarbeitung der Schau auf. Zugleich warf sie der für den Gedenkort zuständigen Stiftung Sächsische Gedenkstätten und der Landesregierung »erinnerungspolitisches Versagen« vor.

Eigentlich müsste der Opf...

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