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Rhön soll Touristenmagnet werden

Fünf Kreise in Hessen, Thüringen und Bayern vermarkten »ihr« Gebirge gemeinsam

  • Von Andreas Göbel , Erfurt
  • Lesedauer: 3 Min.

Geisa. Die Thüringer Rhön hofft in den kommenden Jahren auf deutlich mehr Touristen. »Die Region ist bisher leider nicht so auf dem Schirm der Politik, aber wir hoffen, dass sich das bald ändert«, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Thüringer Rhönforum, Martin Henkel, in Geisa. Es gebe in der Region große Wachstumschancen. Sie sollten vor allem durch die künftige Zusammenarbeit mit den bayerischen und hessischen Rhön-Landkreisen unter einem gemeinsamen Dach gefördert werden.

Zum 1. Februar 2017 nimmt die Rhön GmbH ihre Arbeit auf, die fünf Kreise in Bayern, Hessen und Thüringen gemeinsam vermarkten soll. Geschäftsführer wird Thorn Plöger. »Im Vergleich zu unseren Nachbarn haben wir immer noch einiges aufzuholen«, sagte Henkel. Ein großer Teil der früheren Infrastruktur sei der DDR-Grenzsicherung zum Opfer gefallen, zahlreiche Familien hätten die Region damals verlassen. »Dadurch fehlt mancherorts das unternehmerische Denken und Handeln.«

Henkel sieht dennoch Chancen: »Während im hessischen und bayerischen Teil immer mehr kleine Pensionen und Gaststätten wegen der demografischen Entwicklung schließen müssen, gibt es auf der Thüringer Seite noch viel Wachstumspotenzial.« Die Nachfrage durch Einzelreisende sei bereits gut, die Hotels und Pensionen in der Region seien meist weitgehend ausgebucht. Es fehlten allerdings einige große Hotels mit 50 Zimmern oder mehr.

Nach Angaben des Statistischen Landesamts verzeichneten die Hotels und Campingplätze in der Rhön im Vorjahr mit durchschnittlich 3,9 Tagen die längste Aufenthaltsdauer von Gästen in ganz Thüringen. Mit rund 461 500 Übernachtungen lag die Region im landesweiten Vergleich etwas über dem Mittelfeld. Die tatsächliche Auslastung lasse sich aber aus den Statistiken nur bedingt ablesen, gab Henkel zu bedenken: »Die meisten Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen bei uns haben weniger als zehn Betten. Die werden von der Statistik gar nicht erst erfasst.«

Um noch mehr Touristen anzulocken, wird Henkel zufolge kräftig investiert: Demnach sollen Besuchermagnete wie die »Erlebniswelt Rhönwald« mit der Arche Rhön, einem etwa zwei Hektar großen Familienpark in der Nähe von Kaltenwestheim, weiter ausgebaut werden. Derzeit befinde sich die Aussichtsplattform »Noahs Segel« im Bau. Geplant ist zudem ein »Skywalk«, eine gläserne Aussichtsplattform, an einem Grenzturm bei Unterweid. Dort liefen aber noch Gespräche mit den Naturschutzbehörden, sagte Henkel.

Der Bau eines schiefen Aussichtsturms auf der Hohen Geba war 2014 in einem kreisweiten Entscheid abgelehnt worden. »Die Pläne sind alle da, vielleicht findet sich eines Tages jemand, der etwas Positives daraus weiterentwickelt«, erklärte der Landrat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Peter Heimrich (SPD). Die größten Besuchermagnete sind die Gedenkstätte Point Alpha an der thüringisch-hessischen Grenze und das Erlebnisbergwerk Merkers.

Aktuell sei die Einigkeit unter den Rhöngemeinden groß, es gebe deshalb gute Chancen, die Region »aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken«, zeigte sich Henkel zuversichtlich. Es sei zu hoffen, dass die Entwicklung nicht durch zu strenge Naturschutzauflagen ausgebremst werde, sondern dass man gemeinsam einen Mittelweg finde. dpa/nd

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