Leben in einem «gottverlassenen Land»

Nach Naturkatastrophen und politischen Krisen hoffen die Bewohner Haitis auf bessere Zeiten

  • Von Hilmar König
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Port-au-Prince. Likerné Thimolien stehen die Anstrengungen der vergangenen Wochen ins Gesicht geschrieben. Der 62-Jährige aus der Ortschaft Jean Rabel im Nordwesten sieht müde und ausgezehrt aus, auch wenn er sich bei der Begrüßung um ein Lächeln bemüht. Mit bebender Stimme berichtet er, wie der Orkan und die Überflutungen in dessen Gefolge ihm, seinen zehn Kindern und seiner schwangeren Frau alles raubten. Die Wassermassen hatten sein Haus mitgerissen. «Ein Wunder, dass wir das überstanden haben», sagt er. Voller Lob spricht er von den Caritas-Helfern, die zwei Tage später als erste in Jean Rabel erschienen: «Sie haben uns gerettet. Ohne sie hätten wir nicht überlebt.»

Das katholische Hilfswerk versorgte die Thimoliens mit Nahrungsmitteln und Hygiene- und Haushaltsartikeln. Der Landarbeiter zeigt uns, was die Packungen mit den Standardnotrationen enthalten: 12,5 Kilo Reis, 3,8 Liter Speiseöl, zwei Büchsen Schwarzebohnenpaste, ein...


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